• vom 19.07.2012, 17:55 Uhr

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Update: 19.07.2012, 17:58 Uhr
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Golf: Tiger Woods kann bei den British Open die Weltranglistenführung zurückerobern

"Und dann kam Tiger"



  • Kommen und Gehen an der Spitze verstärkt Sehnsucht nach einem Topstar.

Blackpool. (art) Manchmal können auch Legenden irren. Die Analyse von Tiger Woods jedenfalls hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Während die ganze Welt einen Niveauverlust im Golfsport und eine gewisse Austauschbarkeit an der Spitze ortet, sieht Woods selbst den Grund darin, dass es bei den 15 jüngsten Major-Turnieren ebenso viele verschiedene Sieger gab, gerade als Beweis für die aktuelle Qualität. Die Dichte an der Spitze sei so groß, da brauche es eine herausragende Woche zur rechten Zeit für den Sieg, man müsse heute tiefere Runden spielen als früher, um auf diesem Niveau zu reüssieren, glaubt Woods. In Wahrheit aber haben sich weder die Siegerscores, noch die Abstände an der Spitze seit den Jahren seiner Dominanz, als er zwischen 2005 und 2010 durchgehend die Nummer eins der Welt war und jedes Jahr zumindest ein Major gewonnen hat, maßgeblich geändert.

Eine würdige Nummer eins? Immer wieder sieht sich Luke Donald mit dieser Frage konfrontiert.

Eine würdige Nummer eins? Immer wieder sieht sich Luke Donald mit dieser Frage konfrontiert.© dapd Eine würdige Nummer eins? Immer wieder sieht sich Luke Donald mit dieser Frage konfrontiert.© dapd

Vielmehr scheint derzeit kein Spieler die Konstanz aufzuweisen, um sich nachhaltig an der Spitze zu halten, weswegen sich Woods mit einem Sieg bei den seit Donnerstag laufenden British Open ebendort zurückmelden könnte. "Es würde mich nicht überraschen", sagte Woods dann auch vor den Open selbst, ehe er seine Ambitionen mit einer Runde drei unter Par bei schwierigen Bedingungen am ersten Tag untermauerte.

Mangelnde Konstanz
In einem aber stimmt sein Befund: Es gibt tatsächlich mehr Spieler als früher, die bei den Majors zu den Sieganwärtern zählen. Das liegt vor allem daran, dass die Europäer in den vergangenen Jahren verstärkt auf die PGA-Tour drängten und das Vakuum, das Woods 2010 nach Sexskandalen, Streitereien mit seinem Caddie und Verletzungen hinterlassen hatte, kurzfristig zum Sprung ins Rampenlicht nützten. Als jener Topstar, der der US-Amerikaner früher einmal war und nun wieder werden will, konnte sich aber keiner etablieren - nicht sportlich und schon gar nicht bezüglich des Glamourfaktors.

Seit Lee Westwood Woods im Oktober 2010 als Nummer eins abgelöst hatte, herrschte ein reges Kommen und Gehen an der Spitze. Der aktuelle Führende Luke Donald muss sich häufig anhören, keine würdige Nummer eins zu sein, der Makel, noch nie ein Major-Turnier gewonnen zu haben, ist nicht so leicht wegzuleugnen. Der dahinterliegende Rory McIlroy, einst als Wunderkind hochgejubelt, ist ihm da zwar schon um etwas voraus, doch mit seinen 23 Jahren noch zu großen Schwankungen zwischen Genie und Wahnsinn unterworfen, wenn auch auf hohem Niveau. Und Lee Westwood spielt zwar seit Jahren konstant um die vorderen Plätze, hat aber bei den vier größten Turnieren ebenfalls noch nie den Siegerscheck mit nach Hause genommen. Ob es einem der aktuellen Generation gelingen kann, einmal in Woods’sche Dimensionen in Sachen Dominanz vorzudringen, wagt auch Routinier Phil Mickelson nicht vorherzusagen, überbewerten will er das aber nicht. "Im Moment sehe ich niemanden", sagt er. "Aber man kann nie wissen. Vor 16 Jahren hat auch keiner geglaubt, dass jemand das Spiel einmal so beherrschen würde wie davor Jack Nicklaus. Und dann kam Tiger." Und jetzt möglicherweise wieder.




Schlagwörter

Tiger Woods, British Open, Golf

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-19 17:20:05
Letzte Änderung am 2012-07-19 17:58:01


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