Innsbruck. (man) Die Erweiterung der Erste Bank Eishockey Liga ist in gewisser Weise auch als Kind der Krise der Nationalliga zu verstehen. Denn diese, die zweithöchste Leistungsstufe im österreichischen Eishockey, wurde vergangene Saison noch mit zwölf Teams ausgespielt.
Vier davon waren allerdings Farmteams beziehungsweise Nachwuchsmannschaften von in der EBEL engagierten Teams, die der Nationalliga nach Gründung einer eigenen Nachwuchsliga der EBEL-Teams den Rücken kehrten. Der ungarische Teilnehmer Dunaujvaros kehrte in die ungarische Liga zurück, und den Sieger des Grunddurchgangs und Finalisten ATSE Graz ereilte ein im österreichischen Eishockey allzu bekanntes Phänomen: Einstellung des Spielbetriebs durch Geldmangel.
Nach dem Wechsel des Dornbirner EC in die EBEL sah sich auch der HC Innsbruck mangels Alternativen und Attraktivität der Nationalliga zu einem Umstieg in die höchste Spielklasse genötigt, sodass die Liga im Frühjahr mit vier verbleibenden Vereinen dastand.
Wenig Attraktivität
Der Verband organisierte anschließend gemeinsam mit Slowenien eine weitere internationale Liga, die nach dem endgültigen Aus für den HK Jesenice, der aufgrund finanzieller Probleme bereits die Erste Bank Liga verlassen musste, allerdings wieder nur von sechs Vereinen ausgespielt wird. Aus Österreich sind das die drei Vorarlberger Vereine Feldkirch, Lustenau und Bregenzerwald sowie Zell am See, aus Slowenien nehmen Slavija Ljubljana und Triglav Kranj an der nun Inter-National-League genannten zweiten Leistungsstufe teil.
Dieser Kreation ist mangels Attraktivität wohl ebenfalls keine große Zukunft beschieden. Für die beiden Aufsteiger aus der Zweitklassigkeit hat sich der Umstieg in Sachen Zuschauerzahlen dagegen schon gerechnet, diese waren für Innsbruck und Dornbirn in den ersten Spielen wesentlich höher als noch in der Nationalliga.