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Update: 04.10.2012, 18:37 Uhr
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Michael Schumacher beendet seine Karriere

"Time to say Good bye"



  • Formel-1-Rekordweltmeister lässt das Rennfahren endgültig sein.

Michael Schumacher hat genug von der Formel 1 - wohl endgültig. - APAweb/Reuters/Ralph Orlowski

Michael Schumacher hat genug von der Formel 1 - wohl endgültig. APAweb/Reuters/Ralph Orlowski

Suzuka. Es ist endgültig aus und vorbei. Michael Schumacher hat genug. Der Rekordweltmeister hört nach der laufenden Saison auf. Am 25. November wird sich Schumacher nach seinem 308. Grand Prix mit fast 44 Jahren aus der Königsklasse verabschieden. "Time to say Good bye", sagte Schumacher am Donnerstag in Suzuka. "Ich habe die Motivation und Energie verloren, die zweifelsfrei notwendig sind."

Sechs Rennen noch, dann ist Schluss. Sein Entschluss reifte "im Bewusstsein, noch immer mit den Besten der Welt mithalten zu können", erklärte der siebenfache Weltmeister auf seiner Website. "Das macht mich stolz, und auch deshalb habe ich mein Comeback nie bereut." Schumacher beendete damit auch die zuletzt aufgekommenen Spekulationen um einen Wechsel zu einem anderen Team, nachdem sein Vertrag beim deutschen Werksteam Mercedes jüngst nicht verlängert worden war.

Drei Jahre im "Silberpfeil", drei Jahre ohne Sieg. Drei Jahre, die einen anderen Michael Schumacher zeigten: Einen in sich ruhenden und zufriedenen Piloten, der selbst trotz Dauer-Erfolglosigkeit offener und zugänglicher wirkte als siegbesessener Nimmersatt in seiner ersten Karriere von 1991 bis 2006.

"Kritik war zum Teil berechtigt"
Sechs Tage nachdem Mercedes die Verpflichtung des Ex-Champions Lewis Hamilton als Schumacher-Nachfolger bekannt gegeben hatte, gab der 43-jährige Deutsche aber auch zu, die Ziele mit dem nicht WM-tauglichen Mercedes verfehlt zu haben. "Ich habe Ende 2009 gesagt, dass ich an meinen Erfolgen gemessen werden möchte, und daher habe ich in den vergangenen drei Jahren viel Kritik eingesteckt, die zum Teil berechtigt war." Klar sei auch, dass er niemandem mehr eine langfristige Perspektive bieten könne, meinte Schumacher.

Wochen- gar monatelang zögerte er eine Entscheidung hinaus. "Ich war mir schon während der letzten Monate nicht mehr sicher, ob ich die nötige Motivation und Energie für ein oder zwei weitere Jahre noch aufbringen kann; und es ist nicht mein Stil etwas zu tun, wovon ich nicht 100 Prozent überzeugt bin." Sein Team, das am 23. Dezember 2009 das spektakuläre Comeback bekannt gegeben hatte, war längst unruhig geworden, suchte nach möglichen Alternativen. Da kam der 16 Jahre jüngere Hamilton wie ein Segen.

Wohl auch für Schumacher. Die Entscheidung, zumindest bei Mercedes weiterzumachen oder nicht, wurde ihm damit abgenommen. Prompt kursierten Gerüchte, der Wahl-Schweizer könnte bei Sauber anheuern. Sogar eine Rückkehr zu Ferrari wurde kolportiert.

Schumacher will aber nicht mehr. Seine Worte erinnern an den ersten Rücktritt, den er am 10. September 2006 in Monza erklärt hatte. Auch damals waren die Batterien des unermüdlichen Perfektionisten leer. Nach sieben WM-Titeln, davon fünf in Serie mit Ferrari, 91 Siegen und 68 "Poles" verabschiedete sich "Schumi" nach der Saison 2006 in den Ruhestand.

Allerdings kam auch schnell die Unruhe wieder auf. Schumacher fuhr Motorradrennen und verunglückte bei Testfahrten auf dem Zweirad im Februar 2009. Eine Rückkehr im Sommer desselben Jahres für Ferrari musste er schweren Herzens wegen der Folgen des Crashs absagen.

Ein paar Monate später gab Mercedes das Comeback bekannt. Die "deutsche Nationalmannschaft der Formel 1" mit Schumacher und Teamkollege Nico Rosberg war perfekt. Mehr als ein dritter Platz im Juni in Valencia und die Qualifying-Bestzeit beim Klassiker in Monaco sprangen für den einst siegverwöhnten Schumacher jedoch nicht heraus. Er wurde oft von Pannen gebremst und leistete sich auch immer wieder Fehler, wie zuletzt in Singapur, als er einen heftigen Auffahrunfall verursachte.

Noch sechs Rennen
Sechs Versuche hat er nun, vielleicht doch noch einen Sieg im "Silberpfeil" zu feiern. In Suzuka im Grand Prix von Japan muss er wegen seines Singapur-Crashs allerdings zehn Plätze in der Startaufstellung zurück. Die Bekanntgabe seines Karriereendes kam nach Wochen des Überlegens und Grübelns. "Mit meiner heutigen Entscheidung fühle ich mich von diesen Zweifeln befreit", betonte Schumacher.




Schlagwörter

Michael Schumacher, Formel 1

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-04 10:35:28
Letzte Änderung am 2012-10-04 18:37:10


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