Peking. (art) Ein vermeintlicher Höhenflug hat so seine Tücken. Kaum ist er da, kann er auch schon wieder passé sein. Jürgen Melzer weiß das nur zu gut, seinem kurzfristigen Aufstieg zur Nummer acht der Welt folgte schneller als gedacht wieder der Rückfall. Derzeit ist Melzer 37. der Welt, und von einem Höhenflug kann eigentlich eh nicht die Rede sein. Andererseits ist es ihm schon lange nicht passiert, dass er zwei Matches hintereinander bei einem großen Turnier gewonnen hat. Seit seinem überraschenden Sieg in Memphis im Februar hat er seinen Namen nicht mehr auf einem Viertelfinalraster gesehen. Bis jetzt.
Denn beim 2,2-Millionen-Dollar-Turnier in Peking erreichte er mit Siegen über Pablo Andujar und Alexander Dolgopolow die Runde der letzten Acht. Und der Name seines Viertelfinalgegners am Freitag (13.30 Uhr/ORF Sport+) weckt ja irgendwie Erinnerungen an bessere Zeiten. Er lautet Novak Djokovic, und mit dem Sieg über den Serben im Jahr 2010 im French-Open-Viertelfinale hat Melzer damals seinen Höhenflug begonnen. Natürlich weiß Melzer nach einer mäßigen Saison, dass Djokovic, US-Open-Finalist und Nummer zwei der Welt, Peking-Sieger 2009 und 2010, der große Favorit ist. Doch auf tennisnet.com sagt er: "Wenn ich da reingehe und nicht zumindest ein bisserl an den Sieg glaube, schlachtet er einen ab. Ich muss mir also Chancen ausrechnen."
In den direkten Duellen hat sich der Österreicher einmal, Djokovic zweimal durchgesetzt, doch das ist lange her. Der Höhenflug hat erst danach so richtig begonnen. Bei Djokovic war er allerdings von längerer Dauer.