• vom 30.04.2015, 08:00 Uhr

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Wenn der Mammon zuschlägt




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Von Michael Schmölzer

  • Der Boxkampf Floyd Mayweather vs. Manny Pacquiao ist ins Übermenschliche hochstilisiert. 400 Millionen Dollar werden umgesetzt. Wer bereit ist zu zahlen, darf auf einen hochklassigen Fight hoffen.



Las Vegas/Wien. 5000 Dollar muss man im Schnitt hinlegen, um den Fight Floyd Mayweather Jr. gegen Manny Pacquiao aus nächster Nähe mitverfolgen zu können. Eintrittskarten in das MGM Grand in Las Vegas gibt es längst keine mehr, ein spätberufener Boxfan konnte sich in letzter Sekunde ein Ticket um 180.000 Dollar sichern.

Die zum Kampf des Jahrhunderts hochstilisierte Begegnung ist ein finanzieller Superlativ, 400 Millionen Dollar sollen dabei umgesetzt werden, die Börsen für die Kämpfer sind astronomisch hoch. Mayweather kassiert rund 180 Millionen Dollar, Pacquiao immer noch 120 Millionen. Wer den Kampf, der am Sonntag den 3. Mai, 5 Uhr Früh unserer Zeit startet, im TV mitverfolgen will, wird vergebens durch die Kanäle zappen: Pay-per-View lautet die Devise, Sky überträgt, man muss zusätzlich 20 Euro berappen, Spätentschlossene, die am 1. Mai buchen, zahlen 30 Euro. Selbst die Abwaage der Champs gibt es nicht gratis, wer im MGM Grand dabei ist, berappt 10 Dollar.

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Die Besten ihrer Zeit
Mit dem US-Amerikaner aus Michigan und dem Filipino steigen unbestritten die derzeit besten Boxer in den Ring, schon die nackten Zahlen belegen das: Pacquiao hat bisher WM-Titel in acht verschiedenen Gewichtsklassen gewonnen, er ist amtierender WBO-Weltmeister. 57 Kämpfe hat er gewonnen, 38 durch K.o. Favorit Mayweather hat Titel in fünf Gewichtsklassen gesammelt, er ist aktuell WBA- und WBC-Champion und in allen 47 Kämpfen ungeschlagen.

Es ist der größte derzeit denkbare Fight. Doch wenn der Mammon zuschlägt, leidet der Sport. Die Verhandlungen zogen sich, um den Preis hochzutreiben, über Jahre hin. Jetzt haben beide Boxer ihren sportlichen Zenit überschritten. Der Filipino ist 36, Mayweather 38 Jahre alt. Die Schlagkraft leidet nicht, wohl aber die Schnelligkeit. Muhammad Ali, "the Greatest", hat eine Unzahl von Schlägen in der zweiten Hälfte seiner Karriere einstecken müssen, denen er zuvor mühelos entkommen wäre.

Stellt sich die Frage, was die Zuseher für teures Geld diesmal zu sehen bekommen: Beide Boxer haben versprochen, dass man keine Fragen offen lassen werde. Man darf also hoffen, dass nicht nur das Pflichtprogramm abgespult wird und zwei Superreiche noch reicher heimgehen. Nachdem der Unterhaltungswert der Klitschko-Kämpfe im Schwergewicht gleich null ist, ist der Bedarf nach Spannung und Dramatik enorm. Es geht die Hoffnung um, dass der Fight Mayweather-Pacquiao dem Boxsport wieder auf die Beine hilft.

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Dokument erstellt am 2015-04-29 14:26:05
Letzte nderung am 2015-04-29 14:29:05



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