• vom 13.05.2008, 16:51 Uhr

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Die Sorgen einer Gelddruckmaschine




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  • Das IOC generiert Rekordeinnahmen.
  • USOC mit Sonderstellung.
  • Athen/Wien. (man) Egal, welche Marketingaktion den chinesischen Veranstaltern noch gelingt oder misslingt. Egal, ob die politischen Kontroversen bis zu und während den Spielen anhalten, der erste Olympiasieger steht schon fest. Es ist das Internationale Olympische Komitee (IOC) selbst. Die mit den Spielen in Peking endende Olympiade wird die erfolgreichste der Geschichte für das IOC. Zumindest, wenn Erfolg in wirtschaftlichen Kennzahlen gemessen wird.

In der Periode zwischen 2005 und 2008 lukrierte das IOC für die Winterspiele in Turin und die Sommerspiele in Peking laut einem Reuters-Bericht 2,5 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) aus Fernsehgeldern, 866 Millionen Dollar (560 Millionen Euro) aus dem Sponsorprogramm und weitere Gelder aus Ticketverkäufen und Lizenzverträgen.


Schon allein durch die TV- und Sponsorgelder steigt das IOC besser aus als in der vorangegangenen Olympiade von 2001 bis 2004. Der Trend wird sich auch nach Peking fortsetzen, für die folgenden vier Jahre rechnet das IOC mit TV-Geldern im Umfang von 3,3 Milliarden Dollar (2,1 Millionen Euro).

Damit liegt Olympia, was die Einnahmen betrifft, auch vor der Fußball-WM. Die großen Summen wecken Begehrlichkeiten und wollen verteilt werden.

Acht Prozent behält sich das IOC. Die Hälfte der übrigen Einnahmen geht an die Organisationskomitees, die andere Hälfte teilt das IOC unter den nationalen Komitees und den internationalen Sportverbänden auf.

Verteilungskampf

Lediglich das nationale Komitee der USA (USOC) genießt aufgrund einer rund 20 Jahre alten Vertragsklausel eine Sonderstellung und bekommt von den traditionell sehr hohen US-TV-Rechten 12,75 Prozent, sowie 20 Prozent der Sponsoreneinkünfte. Für die laufende Olympiade macht das die hübsche Summe von 364 Millionen Dollar (235 Millionen Euro) aus.

Die restlichen Mitglieder der olympischen Familie sind davon wenig begeistert und wollen diesen Passus ändern. Eine IOC-Arbeitsgruppe soll nun mit dem USOC eine Anpassung erarbeiten. Zwar signalisiert das USOC wenig Gesprächsbereitschaft, mit Chicagos Ambitionen auf Olympia 2016 hat das IOC aber ein mächtiges Druckmittel in der Hand. Kaum anzunehmen, dass die IOC-Vollversammlung für Chicago stimmt, sollte der Passus aufrecht bleiben. Egal, wie der Streit ausgeht, die Olympische Familie wird auch in Zukunft nicht am finanziellen Hungertuch nagen müssen.



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Dokument erstellt am 2008-05-13 16:51:22
Letzte Änderung am 2008-05-13 16:51:00



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