• vom 02.03.2017, 17:39 Uhr

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  • Die Glaubwürdigkeit des Rad-Teams Sky ist erschüttert.

London. (art) Die Ankündigungen waren löblich: Man wolle dem britischen Radsport zu Glanz verhelfen, heimische Fahrer fördern und Erfolge einfahren - und das ganz ohne Doping, hieß es damals, als das Rad-Team Sky 2009 gegründet wurde. Eine noch schärfere Anti-Doping-Politik, mehr Transparenz als bei allen anderen Rennställen, das waren die zentralen Versprechungen von Gründer und Manager Dave Brailsford. Geblieben sind heute, sieben Jahre später, beachtliche vier Tour-de-France-Siege durch Bradley Wiggins und Chris Froome - und Doping-Anschuldigungen, die immer lauter werden.

Am Mittwoch hat die britische Anti-Doping-Agentur Ukad vor dem Parlamentsausschuss zu Untersuchungen der inkriminierten Unregelmäßigkeiten neue Vorwürfe erhoben. Teamarzt Robert Freeman war der Ladung nicht gefolgt, nahm also zu mysteriösen Medikamenten-Lieferungen an die Adresse von Wiggins im Jahr 2011 nicht Stellung.


Der Mediziner hätte die verlangten Aufzeichnungen ohnehin nicht vorlegen können, weil sie mit seinem 2014 in Griechenland gestohlenen Laptop verschwunden seien, wie es aus dem Team hieß. Die Ukad-Vorstandsvorsitzende Nicole Sapstead beklagte mangelnde Kooperation und eine "Verschleierung" bei der Untersuchung über mögliche Dopingverstöße. Sapstead bemängelte, dass auch Dokumentationen von Dopingproben des zu Beginn dieses Jahres zurückgetretenen Wiggins "nicht existieren oder nur stückhaft". Das Team Sky, das unter der Prämisse des sauberen Radsports gegründet wurde, habe sich merkwürdig verhalten: "Vom ersten Moment an gab es eine spürbare Abwehrhaltung gegenüber unseren Bemühungen", sagte sie der britischen Zeitung "Independant". Wiggins gewann die Tour de France 2012 als erster Brite. Sein Sky-Teamkollege Chris Froome siegte 2013, 2015 und 2016. Dopingvorwürfe, die aufgrund ihrer bemerkenswerten Dominanz immer wieder aufkamen, haben sie stets brüsk zurückgewiesen. Allerdings stand vor allem der fünffache Olympiasieger Wiggins, der den Ehrentitel Sir führt, zuletzt im Fokus: nicht nur wegen der Medikamentenlieferung, sondern auch wegen seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung, die ihn, wie die Fancy-Bears-Enthüllungen Ende des vergangenen Jahres ans Licht brachten, zur Einnahme des auf der Dopingliste stehenden Mittels Triamcinolon berechtigten. Während Wiggins dies stets mit seinem Asthma erklärt hatte, habe eine entsprechende Teambestellung das Normalmaß für einen Einzelnen laut Sapstead weit überschritten.




Schlagwörter

Radsport, Team Sky, Doping

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Dokument erstellt am 2017-03-02 17:45:09



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