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Update: 27.04.2017, 22:15 Uhr

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  • Coach Jim Paek will Südkorea für Heim-Olympia 2018 fit machen. Und die Aussichten sind auch nach dem eher überraschenden 0:5 gegen Österreich nicht schlecht.

Südkoreas Coach Jim Paek will sein Nationalteam für Olympia 2018 fit machen. - © afp/Jung

Südkoreas Coach Jim Paek will sein Nationalteam für Olympia 2018 fit machen. © afp/Jung

Kiew. Der größte Star der Eishockey-B-WM in der Kiewer Eishalle steht an der Bande von Südkorea. Sein Name: Jim Paek, einst Eishockeystar und zweifacher Stanley-Cup-Sieger. Seine Mission: Er soll die koreanische Nationalmannschaft als Trainer für die Olympischen Heimspiele 2018 in Pyeongchang konkurrenzfähig machen. Das Turnier in der Ukraine ist nur ein Etappenziel, bei dem man sich Selbstvertrauen und Praxis gegen starke Teams holen will. Und das hat bisher auch sehr gut geklappt.

So haben die Südkoreaner ihre bisher beste Placierung (ein fünfter Rang bei der B-WM 2016) bereits übertroffen und liegen - auch nach dem 0:5 gegen Österreich am Donnerstagabend - immer noch punktegleich mit den im vierten Spiel erstmals wirklich überzeugenden Rot-weiß-Roten an der Tabellenspitze - und auf Aufstiegskurs.


"Die Ergebnisse waren großartig. Aber es geht um den Prozess mit Blick auf 2018, wie wir uns in jedem Spiel verbessern", sagt Paek. Der kanadisch-koreanische Coach ist vor drei Jahren engagiert worden, der 50-Jährige war einst der erste Spieler aus Korea in der NHL und hat mit den Pittsburgh Penguins rund um die Superstars Mario Lemieux und Jaromír Jágr 1991 und 1992 den Stanley Cup gewonnen. Der ehemalige Verteidiger ist mit seiner Familie bereits als Kind nach Kanada gekommen und daher auch prädestiniert, das Nationalteam mit aktuell fünf eingebürgerten Nordamerikanern zu leiten.

Die unterschiedlichen Kulturen zusammenzuführen, ist dabei seine größte Herausforderung - allen voran die verbale Kommunikation. "Mein Koreanisch ist nicht so gut, ich nenne es ‚Konglisch‘ - eine Mischung aus Koreanisch und Englisch. Meine Spieler müssen drei Sprachen verstehen: Koreanisch, Englisch und meine Eishockey-Sprache", meinte Paek. Dabei sind die Import-Spieler für ihn auch so bereits ein selbstverständlicher Teil des Teams. "Sie sind schon lange in Korea und als Koreaner akzeptiert. Jeder Spieler ist ein Teil des Puzzles", sagte Paek und hob deren positiven Einfluss hervor. "Ihre Erfahrung hat uns sehr geholfen, den Standard zu heben. Sie haben mehr Führungsqualität, einen anderen Stil, kennen ein anderes Coaching, die Spieler haben wenig internationale Erfahrung", erläuterte der Teamchef. Er beobachtet auch eine andere Entwicklung mit Freude, die in seinem Team Einzug gehalten hat: "Fragen zu stellen ist ja eigentlich kein Teil der koreanischen Kultur. Du fragst nicht, du akzeptierst, was man dir sagt, und machst es. Aber sie fragen viel, weil sie lernen wollen. Sie sind wie Schwämme, saugen alles auf, das ist sehr positiv."

Zu weit in die Zukunft will Paek noch nicht blicken, auch wenn die möglichen Duelle mit Kanada, Tschechien und der Schweiz bei Olympia Vorfreude auslösen. "Das wird ein einmaliges Erlebnis im Leben, das ist großartig. Ich glaube fest daran, dass das ein Start für das koreanische Eishockey ist", sagte er. Man darf also gespannt sein.




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Dokument erstellt am 2017-04-27 17:30:08
Letzte nderung am 2017-04-27 22:15:04



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