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Update: 15.05.2017, 21:45 Uhr

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  • Dominic Thiem egalisiert mit Madrid-Finale seine Karrierebestmarke - nächste Station Rom.

Dominic Thiem musste am Ende Rafael Nadal gratulieren - der gab das Lob an den Österreicher zurück. - © Susana Vera/reuters

Dominic Thiem musste am Ende Rafael Nadal gratulieren - der gab das Lob an den Österreicher zurück. © Susana Vera/reuters

Madrid/Rom. (art/apa) Das größte Kompliment kam von niemand Geringerem als vom besten Sandplatzspieler der Welt. "Die Wahrheit ist, dass ich gegen einen Spieler gespielt habe, der in den nächsten fünf, zehn Jahren um die wichtigsten Titel im Tennis kämpfen wird", sagte also Rafael Nadal über Dominic Thiem, und es war mehr als eine leere Höflichkeitsfloskel. Denn anders als zuletzt in Barcelona, als Thiem ihm relativ klar unterlegen war, brachte der Österreicher Nadal im Finale des Masters-1000-Turniers in Madrid gehörig in Bedrängnis, ehe er sich doch mit 6:7, 4:6 geschlagen geben musste. Im ersten Satz lag Thiem schon mit einem Break voran, im Tiebreak vergab er Satzbälle, im letzten Spiel des zweiten Satzes Breakchancen. Die Möglichkeit, Nadal als erster Spieler in der heurigen Sandplatzsaison eine Niederlage zuzufügen, war also durchaus vorhanden, die Enttäuschung dennoch beim Niederösterreicher endenwollend. "Es war super, ein schönes Match, ein großartiger Kampf", fand Thiem.

Doch es wäre nicht der 23-Jährige, der nach seiner ersten Finalteilnahme bei einem Masters-1000-Turnier in der Weltrangliste zwei Plätze gut gemacht und mit Rang sieben sein bisheriges Karrierehoch egalisiert hat, gäbe es nicht einige Dinge, die er in den kommenden Wochen beim 4,5-Millionen-Dollar-Turnier in Rom sowie bei den Ende Mai beginnenden French Open verbessern will: Etwa die unerzwungenen Fehler abzustellen, die ihm vor allem mit der Vorhand unterliefen.


Zuvor gönnte sich Thiem, der in Spanien auch von der Unterstützung von Joakim Nyström profitierte sowie täglich Telefonkontakt mit seinem Betreuer Günter Bresnik hatte, am Anreisetag nach Italien eine kurze Pause, ehe der Fokus auf das Turnier in Rom gerichtet ist. Dort bekommt es der als Nummer acht gesetzte Österreicher nach einem Freilos zum Auftakt mit dem Sieger der Partie zwischen Pablo Cuevas und Adrian Mannarino zu tun. Den Uruguayer hat er erst im Madrid-Halbfinale besiegt, gegen den französischen Qualifikanten alle vier bisherigen Duelle gewonnen.

Gut gepolstert
Thiem geht also in beiden Fällen als Favorit auf den Platz - eine Rolle, an die sich die Nummer drei der Jahresrangliste mittlerweile gewöhnen muss. Dass er mit Druck und der gestiegenen Erwartungshaltung umgehen kann, hat er allerdings auch in Madrid eindrucksvoll unter Beweis gestellt, auch die Kulisse von 12.500 Fans, die freilich großteils auf Seiten des spanischen Lokalmatadors waren, machte ihm nichts aus. "Ich war gar nicht nervös und habe es sehr genossen. Das Match hat trotz der Niederlage Riesenspaß gemacht", sagte der Niederösterreicher. Dass er 600 Punkte mitnahm, sorgte für zusätzliche Erleichterung. "Die hat man natürlich sehr gerne in der Tasche, vor allem in Hinblick auf das Verteidigen des Semifinales in Paris." Bei den French Open hat er im Vorjahr sein bisher bestes Resultat bei einem Grand-Slam-Turnier eingefahren; es soll keine Einzelerscheinung bleiben. Denn künftig ist es das Ziel, das Niveau auch bei den ganz großen Turnieren hoch zu halten. In Madrid ist das mit der ersten Teilnahme eines Österreichers an einem Masters-1000-Finale 20 Jahre nach Thomas Muster gelungen, in Paris soll der nächste Schritt folgen. Muster war bisher auch der einzige heimische Grand-Slam-Sieger.

Nadal French-Open-Favorit
Dass Thiem das Potenzial dazu hat, ihm auch in dieser Hinsicht nachzufolgen, wird mittlerweile von niemandem mehr bezweifelt. Hinter Nadal ist er der zweiterfolgreichste Spieler der bisherigen Sandplatzsaison, die anderen üblichen Verdächtigen wie Novak Djoković und Andy Murray hatten zuletzt leichte Probleme. Roger Federer, der nach seiner verletzungsbedingten Pause im Jänner die Australian Open gewonnen hatte, sagte am Montag für die French Open ab - Sand ist nicht unbedingt sein Lieblingsbelag.

Favorit beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres ist und bleibt Nadal, so ihn nicht wieder eine Verletzung zurückwirft. Der Spanier ist nach einer Pause im Herbst heuer in alter Stärke auf die Tour zurückgekehrt, hat das Melbourne-Finale erreicht, auf Sand alle seine 15 Spiele gewonnen und dabei nur zwei Sätze abgegeben.

Nadal hat zwischen 2005 und 2008 sowie zwischen 2010 und 2014 alle Titel in Roland Garros gewonnen, im Vorjahr musste er wegen einer Handgelenksverletzung in Runde drei aufgeben. Er wird heuer alles daran setzen, bei seinem Lieblingsturnier seinen 15. Grand-Slam-Triumph zu schaffen. Doch Thiem könnte ein unangenehmer Herausforderer sein.




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Dokument erstellt am 2017-05-15 17:12:05
Letzte ─nderung am 2017-05-15 21:45:05



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