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Update: 19.05.2017, 11:57 Uhr

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  • Tennis-Ass Dominic Thiem trifft im Rom-Viertelfinale auf Rafael Nadal. Und er wünscht sich Änderungen beim Daviscup-Format.

Dominic Thiem unterstützt die Pläne, den Daviscup ähnlich wie ein Fußball-Turnier aufzuziehen. Beim ATP-Sandplatzturnier in Rom steht er im Viertelfinale.

Dominic Thiem unterstützt die Pläne, den Daviscup ähnlich wie ein Fußball-Turnier aufzuziehen. Beim ATP-Sandplatzturnier in Rom steht er im Viertelfinale.© Francisco Seco/ap Dominic Thiem unterstützt die Pläne, den Daviscup ähnlich wie ein Fußball-Turnier aufzuziehen. Beim ATP-Sandplatzturnier in Rom steht er im Viertelfinale.© Francisco Seco/ap

Rom. (apa) Auf der ATP-Tour läuft es für Dominic Thiem seit Wochen geradezu großartig. In Rom besiegte Österreichs bester Tennisspieler am Donnerstag im Achtelfinale den US-Amerikaner Sam Querrey nach Abwehr von drei Matchbällen mit 3:6, 6:3 und 7:6 (7). Im Viertelfinale ist nun der Spanier Rafael Nadal sein nächster Gegner.

Unterdessen will Thiem im September auch dem heimischen Daviscup-Team zum Klassenerhalt in der Europa-Afrika-Zone I verhelfen. Der achtfache Turniersieger bestätigte am Donnerstag in Rom, dass er beim Länderkampf gegen Rumänien in Wels nach eineinhalb Jahren Pause wieder zur Verfügung stehen wird. Ungeachtet dessen wünscht sich auch der 23-Jährige für die Zukunft radikale Änderungen beim Traditionsbewerb. "Der Daviscup gehört reformiert, ja definitiv", erklärte Thiem.

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Die Begründung dafür ist nachvollziehbar: "Weil immer weniger (Top-)Spieler spielen, weil viele Topnationen ein Jahr top aufgestellt spielen und im nächsten Jahr in der Weltgruppe mit der Nummer 300 und 200 spielen. Das gehört irgendwie geändert", präzisierte Thiem wohl auch in Anspielung auf Beispiele wie die Schweiz, die mit den Topstars Roger Federer und Stan Wawrinka den Daviscup gewonnen hat und dann in schwacher Besetzung im Jahr darauf chancenlos war. Der internationale Tennisverband (ITF) hat die Zeichen der Zeit nun erkannt und berät seit einiger Zeit hinter den Kulissen über mögliche Reformen. Möglicherweise werden die Pläne, die angeführt von Fußball-Star Gerard Piqué einen Nationen-Weltcup in Form einer Endrunde vorsehen, die ITF weiter beschleunigen. Der Abwehr-Routinier von Barcelona hat Unterstützung der Topspieler Andy Murray, Rafael Nadal und Novak Djoković sicher. Auch Thiem ist von der Idee, die Piqué im Übrigen auch schon mit ATP-Tour-Boss Chris Kermode besprochen hat, begeistert. "Das ist eine Superidee. Er ist ein absoluter Weltstar, wenn der das unterstützt, ist es erstens einmal eine Superwerbung fürs Tennis, zweitens habe ich auch gehört, wie der Bewerb ausschauen soll, das hört sich alles sehr gut an", erklärte der Weltranglisten-Siebente gegenüber der Austria Presse Agentur. 16 Teams sollen sich den Nationencup-Sieger in Endrundenform und an einem Schauplatz ausmachen. "Es geht mehr in Richtung Fußball-WM, EM-Endrunde", sagte Thiem.

"Wird eine coole Sache"
Auch im Daviscup wird ein Format mit nur einem Schauplatz zumindest angedacht. Allerdings waren gerade im Daviscup die Faktoren Heimspiel oder Auswärtspartie, eigene Wahl des Belages und Ähnliches auch spannende Faktoren in der Vergangenheit. Thiem hält dagegen: "Wie oft hat man ein legendäres Match gesehen in letzter Zeit? Meistens waren die Hallen halbleer." Und auch im Fußball gäbe es nicht immer Heimvorteil. "Vielleicht kann man den Bewerb wirklich so groß machen, dass wirklich ein paar Fans auch mitreisen. Im Fußball hat bei einer WM auch immer nur eine Mannschaft den Heimvorteil, die Atmosphäre ist trotzdem unfassbar. Natürlich wird man das nie hinbekommen im Tennis, aber wenn man es in die Richtung lenken könnte, wäre es eine Riesensache."

Auf sein Comeback im ÖTV-Team Mitte September freut sich Thiem aber. "Die Daviscup-Woche macht sehr viel Spaß, im Herbst passt es ganz okay rein, und es ist ein Heimspiel in Wels. Es wird sicher eine coole Sache. Ich hoffe, dass viele Leute kommen, weil es macht viel mehr Spaß, wenn das Stadion voll ist, als wenn es weniger als halbleer ist", sagte er. Zudem sei das Duell freilich auch wichtig, um nicht auch noch gegen den Abstieg spielen zu müssen.

Freilich gibt es auch Kritik an den Reformplänen, nicht zuletzt von Alexander Antonitsch, der bei einigen legendären Heimspielen gemeinsam mit Thomas Muster und Horst Skoff dabei war. "Ich bin zu sehr Traditionalist", sagte Antonitsch. Zwar würde er manche Änderungen verstehen, etwa eine Verkürzung von drei auf zwei Tage - "aber Heim- und Auswärtsspiele sind für mich die Kernstücke vom Daviscup, so haben wir einen Tennisboom erlebt. Da lebt das Tennis", meinte er. "Meinen Belag, meine Bälle und mein Publikum: Wenn man das wegnimmt, ist der Daviscup dann tot", glaubt der Kitzbühel-Turnierdirektor.




Schlagwörter

Tennis, Daviscup, Dominic Thiem

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Dokument erstellt am 2017-05-18 17:51:05
Letzte ─nderung am 2017-05-19 11:57:08



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