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Update: 30.05.2017, 12:21 Uhr

Eishockey

Die Unschuld von Raubtieren




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Von WZ-Korrespondent Klaus Stimeder

  • Im Stanley-Cup-Finale treffen heuer die Pittsburgh Penguins auf die Nashville Predators - ein Duell, das nicht wirklich auf Augenhöhe stattfindet und trotzdem Spannung verspricht.

Die Erfolge der Predators regen zu Träumen an.

Die Erfolge der Predators regen zu Träumen an.© Mark Humphrey/ap Die Erfolge der Predators regen zu Träumen an.© Mark Humphrey/ap

Pittsburgh/Nashville. Im Süden von Amerika pflegen sie seit jeher seltsame Gebräuche, aber die Sache mit den Autos und dem Hammer stellt dann doch nochmal eine neue Qualität dar. Als die Nashville Predators heuer in die Play-offs der National Hockey League (NHL) einstiegen, beschloss ihr Management spontan, dem Enthusiasmus der Fans ein wenig nachzuhelfen, Motto: Hilft’s nix, so schadet’s auch nix. Von einem lokalen Autofriedhof ließ man sich ein nur mehr halbwegs intaktes Gefährt kommen, bemalte es in den Farben des Gegners und stellte es vor die heimische Bridgestone Arena. Als die Massen eintrafen, machte man ihnen eines von jenen Angeboten, die man als wirklicher Fan kaum ausschlagen kann: Für fünf Dollar bekam man einen Vorschlaghammer in die Hand gedrückt, mit dem man auf das Gefährt nach Lust und Laune einschlagen durfte. Die Autoleichen haben sie bis heute dort stehen lassen, quasi als Mahnmal für die, die sich noch nach Nashville zu kommen trauen. Sie tragen unter anderem die Farben Rot-Schwarz-Weiß (Chicago Blackhawks) und Blau-Gold-Weiß (St. Louis Blues). Auf dem Weg zu ihrem ersten Stanley-Cup-Finale überhaupt kannten die Predators heuer kein Pardon, ihren Weg ebendorthin pflasterten große Namen wie diese. Was trotzdem nicht heißt, dass sie als Favorit in den Kampf um die mit Abstand begehrteste Trophäe im internationalen Eishockeysport gehen.

Finalerfahrene Penguins
Am Montagabend Ortszeit (in der Nacht von Montag auf Dienstag MESZ) trafen die Predators auf die Pittsburgh Penguins, im ersten von maximal sieben Endspielen; und alles andere, als dass Letztere am Ende als Sieger dastehen, wäre vielleicht keine Sensation, aber eine Riesenüberraschung. Das erste Finalspiel ging mit 5:3 an die Penguins, die im nordamerikanischen Eishockey die amtierenden Champions sind. In puncto Final-Erfahrung kommt ihnen keine andere Mannschaft auch nur annähernd nahe. Angeführt werden sie vom Herrn Sidney Crobsy, der 29-jährige Kanadier gilt nicht erst seit gestern als bester Eishockeyspieler der Welt, und sein Stellvertreter, der Russe Yevgeni Malkin, ist auch nicht viel schlechter.


Laut, lauter, Nashville
Allen voran diesen zwei Ausnahmetalenten obliegt es dieser Tage, das Gesetz der nicht existenten Serie zu durchbrechen. Nämliches besagt, dass es heutzutage unmöglich geworden ist, den Stanley Cup zweimal in Folge zu gewinnen. In diesem Jahrtausend hat das noch kein Team geschafft, im alten waren die Detroit Red Wings die letzten, die das Kunststück vollbrachten, 1997 und 1998. Die Nashville Predators waren damals buchstäblich gerade erst auf die Welt gekommen. Jahrelang hatten sich die Stadtoberen darum bemüht, ein Profiteam nach Tennessee zu bekommen. Irgendeins, egal aus welcher Sportart, und nachdem es mit dem eigentlich geplanten Basketball-Franchise nichts wurde, erbarmte sich die NHL.

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Dokument erstellt am 2017-05-29 17:14:08
Letzte Änderung am 2017-05-30 12:21:04



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