• vom 22.06.2017, 16:25 Uhr

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  • Die Golden Knights aus der Glücksspielmetropole bereichern künftig die nordamerikanische Eishockeyliga NHL. Beim Draft schnappten sie sich den Goalie von Meister Pittsburgh.

Meister-Goalie Marc-André Fleury trägt künftig den goldenen Ritterhelm von Las Vegas auf der Brust.

Meister-Goalie Marc-André Fleury trägt künftig den goldenen Ritterhelm von Las Vegas auf der Brust.© afp Meister-Goalie Marc-André Fleury trägt künftig den goldenen Ritterhelm von Las Vegas auf der Brust.© afp

Las Vegas. (may) Man stelle sich vor, Österreichs Bundesliga-Aufsteiger Lask Linz darf sich zur qualitativen Auffettung seines Kaders von jedem Klub einen Spieler aussuchen: Goalie Alexander Walke von Meister Salzburg, Olarenwaju Kayode von Vizemeister Austria, Deni Alar von Sturm, Stefan Schwab von Rapid, ... Ein völlig absurdes Szenario, dem kein einziger halbwegs bei Verstand befindlicher Klubboss zustimmen würde - und doch im ach so liberalen Amerika gängige Praxis im Profisport. Denn am Mittwoch hat das neue Team der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL, die Las Vegas Golden Knights, beim sogenannten Expansions-Draft ordentlich zugelangt und sich von jedem anderen der 30 NHL-Teams einen Spieler geangelt - darunter gleich den Torhüter des neuen, alten Titelträgers von den Pittsburgh Penguins, Marc-André Fleury, der maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Stanley-Cup-Titelverteidigung der Pinguine hatte. Der 32-jährige Kanadier - Olympiasieger 2010 und dreimaliger Stanley-Cup-Gewinner - darf nun also von der Stahl- in die Wüstenstadt übersiedeln.

Von den drei rot-weiß-roten Cracks muss übrigens keiner die Hardcore-Kneipp-Kur zwischen Wüstenhitze und wohltemperierter Eishalle mitmachen - weder Thomas Vanek (Florida Panthers), Michael Grabner (New York Rangers) noch Michael Raffl (Philadelphia Flyers) landeten beim neuen NHL-Team.

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Wiewohl dazugesagt werden muss, dass die Macher der 31.NHL-Mannschaft, die dafür die Kleinigkeit von 500 Millionen Dollar an Eintrittsgebühr locker machen mussten, keineswegs völlig freie Hand bei der Spielerauswahl hatten. Für den Expansions-Draft musste jeder der 30 Klubs eine Liste von sieben Stürmern, drei Verteidigern und einem Torhüter oder acht Feldspielern und einem Torhüter veröffentlichen, die sie vor einem Transfer zu den Golden Knights schützen konnten. Dennoch blieben wohl genug schlagkräftige Akteure übrig, um dem Publikum in der Glücksspielmetropole von Nevada ansehnliches Hockey bieten zu können. Außer Fleury sicherten sich die Golden Knights noch ein paar weitere Wunschspieler - darunter James Neal von den Nashville Predators sowie Defensivspezialist Marc Methot von den Ottawa Senators. Über die wahre Stärke der Goldritter lässt sich derzeit aber noch wenig sagen, ist doch das Einkaufsprogramm noch gar nicht abgeschlossen. Denn in den kommenden Tagen steht der NHL-Draft in Chicago bevor, wo Manager George McPhee versuchen wird, aus der Liste an erhaltenen Spielern einen möglichst homogenen Kader zu formen - und dafür stehen ihm zwölf weitere Picks zur Verfügung. Für das NHL-Abenteuer wurde zuletzt der Kanadier Gerard Gallant als Cheftrainer engagiert. Der 53-Jährige betreute zuletzt die Florida Panthers, war beim Vanek-Klub aber bereits im November abgesetzt worden.

Hinter dem ersten Team von Las Vegas in einer der großen US-Sportligen (2019 soll das Football-Team der Oakland Raiders folgen) steht mit Mehrheitseigner Bill Foley übrigens ein umtriebiger Finanzmagnat. "Ich wollte einen erfolgreichen Namen, und wir haben ihn gefunden", sagte Foley jüngst zu seinen Golden Knights, die mit Ritterhelm und den Farben Gold und Schwarz sowie Stahlgrau und Rot im Herbst in der Western Conference an den Start gehen werden. Heimstätte ist die T-Mobile-Arena, die insgesamt 17.500 Zuschauern Platz bieten wird.

Auszeichnung für McDavid
Bei der Draft-Gala in Las Vegas wurde auch der wertvollste Spieler der abgelaufenen NHL-Saison gekürt - die Ehre ging an den erst 20-jährigen Kapitän der Edmonton Oilers, Connor McDavid. Er hatte mit seinen 30 Toren und 70Assists maßgeblich dazu beigetragen, dass die Oilers erstmals seit elf Jahren wieder die Play-offs erreichten.




Schlagwörter

Eishockey, Las Vegas, NHL

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Dokument erstellt am 2017-06-22 16:29:06



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