• vom 10.07.2017, 16:54 Uhr

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In 0,2 Sekunden zum Sieg




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  • Mit Spielberg-Sieger Valtteri Bottas betritt ein neuer WM-Anwärter die Formel-1-Bühne.

Valtteri Bottas hatte in Spielberg einen perfekten Start, sehr zum Missfallen des Zweitplacierten Sebastian Vettel. - © afp/stf/Joe Klamar

Valtteri Bottas hatte in Spielberg einen perfekten Start, sehr zum Missfallen des Zweitplacierten Sebastian Vettel. © afp/stf/Joe Klamar

Spielberg. (rel) Valtteri Bottas hat bisher noch nicht viele Formel-1-Rennen gewonnen. Zwei, um genau zu sein. Aber nicht nur deswegen war sein jüngster Triumph beim Grand Prix von Österreich, der am Sonntag mehr als 1,6 Millionen Menschen via ORF vor die TV-Geräte lockte, ein besonderer Coup. Was die Rennställe, Fahrer, Fans und Experten am Tag nach dem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg des bisher im Schatten von Lewis Hamilton fahrenden Mercedes-Piloten beschäftigte, war nicht nur die Tatsache, dass der Finne gewonnen hat, sondern wie er gewonnen hat - dank eines "übermenschlichen" (Sebastian Vettel) Torpedostarts nämlich.

Mit einer Reaktionszeit von nur 0,2 Sekunden war Bottas dem Feld von der Pole Postion aus auf den ersten Metern davongefahren. Keinen Moment zu früh, wie er nach dem Rennen selbst zugeben musste. "Es war schon ziemlich riskant", sagte der Finne über die kursierenden Frühstart-Vorwürfe. Zuvor hatte Vettel, der vor Daniel Ricciardo Zweiter wurde, die Zulässigkeit dieses "Abflugs" hinterfragt. "Ich war sicher, dass er zu früh gestartet ist. Es hat so ausgesehen", sagte der Deutsche. "Ich glaube, der Mensch kann reagieren, aber es gibt eine Grenze, wie schnell er reagieren kann."

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Der Automobilsport-Weltverband (FIA) wiederum stellte dem Spielberg-Gewinner ein einwandfreies Zeugnis aus. Bottas habe eine "außergewöhnlich genaue und glückliche Abwägung" vorgenommen, um fast exakt den Zeitpunkt zu treffen, als das letzte rote Licht erlosch, hieß es in einem Statement. Zwar habe er seinen Mercedes tatsächlich zu früh geringfügig bewegt, allerdings gebe es einen erlaubten Spielraum, da die Fahrer "manchmal letzte Anpassungen bei der Kupplung" durchführen müssten. Das Frühstart-Erkennungssystem der FIA sei "seit 20 Jahren im Einsatz und hat sich als verlässlich herausgestellt."

Der WM-Dritte Bottas liegt damit nach dem neunten von 20 Grands Prix nur 35 Punkte hinter Spitzenreiter Vettel. Teamkollege Hamilton ist 20 Zähler hinter dem Deutschen Zweiter im Gesamtklassement. Damit steht der Brite, der schon in Baku lediglich den fünften Rang belegt hatte, unter Zugzwang. "Es kann sich bei jedem Rennen wieder drehen, aber je mehr der Abstand wächst, desto höher wird der Druck. Im Moment sieht es nicht gut aus", gestand Hamilton nach dem Österreich-Grand-Prix enttäuscht. Weswegen auch ein enger und spannender Fight um die Weltmeisterschaft programmiert scheint, wobei Bottas ganz gute Außenseiterchancen attestiert werden. Er ist nach Keke Rosberg, Mika Häkkinen und Kimi Räikkönen bereits der vierte Finne, der mehr als ein Rennen gewonnen hat. Alle seine Vorgänger wurden später einmal Weltmeister. Bottas selbst wischte solche Spekulationen vom Tisch. "Ich möchte noch nicht zu viel darüber nachdenken, weil wir noch nicht einmal bei der Hälfte der Saison sind", erklärte er.




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Dokument erstellt am 2017-07-10 17:00:06



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