• vom 17.07.2017, 16:22 Uhr

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Tour de France

Entscheidung in den Alpen




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  • Nach einem Ruhetag nehmen die Teilnehmer der Tour de France nun die französischen Alpenpässe in Angriff.

Le Puy-en-Velay. (rel) Es war der letzte und der wichtigste Ruhetag für die Athleten bei dieser Tour de France. Nachdem Bauke Mollema aus den Niederlanden am Sonntag die 15. Etappe zwischen Laissac-Sévérac L’Eglise und Le Puy-en-Velay (197 Kilometer) für sich entschieden hatte, waren für ihn und für den Rest des Teilnehmerfeldes am Montag Ruhe und Erholung angesagt. Immerhin ist das, was auf die Radsportler in dieser Woche noch zukommt, alles andere als ein Spaziergang: Nicht nur gilt es bei den kommenden Etappen einige schwere Pässe in den französischen Alpen zu bezwingen, sondern auch eine gute Ausgangsbasis für das Finale in Marseille (Einzelzeitfahren am Samstag) und Paris (Schlussetappe am Sonntag) zu gewinnen. Die entscheidenden Tage im Überblick:

Dienstag: Nach dem zweiten Ruhetag geht es auf der 16. Etappe an der Ardeche wieder um die tagesschnellsten Beine der Sprinter. Die 165 Kilometer zwischen Le Puy-en-Velay und Romans-sur-Isere sind nur in der ersten Hälfte hügelig, dann geht’s ab spätestens Kilometer 109 nur noch flach dahin. Es wird hohes Tempo gefahren, und die Sprinterteams dürften dafür sorgen, dass kein Ausreißer erfolgreich sein kann.


Mittwoch: Das Flachstück am Vortag sollten die Klassementfahrer gut zur aktiven Erholung genutzt haben, denn nun müssen sie noch einmal Farbe bekennen. Der Abschnitt zwischen La Mure und Serre-Chevalier (183 Kilometer) ist die vorletzte Möglichkeit, im Gesamtklassement noch Entscheidendes zu verändern. Auf dem Weg ins Ziel geht es über einige der ruhmreichsten Anstiege, die die Alpen zu bieten haben: den Col de la Croix de Fer und - nach sechs Jahren Abwesenheit - den Galibier, der über den Télégraphe angefahren wird. Der Sieger hat sich den Jubel der Fans hier wirklich hart erarbeitet.

Donnerstag: Und noch einmal bitten die Kletterer auf der Etappe zwischen Briancon und dem Izoard in den Alpen zum Tanz. Heute oder nie - soll noch einmal etwas im Klassement verschoben werden, dann jetzt. Die lange Anfahrt nach Barcelonette bei Kilometer 97 ist der Warm-up für zwei Kletterpartien, die es in sich haben: Die über 30 Kilometer von Barcelonette hinauf auf den 2109 Meter hoch gelegenen Col de Vars ist ein Meisterstück, anschließend erklimmen die Akteure nach rasender Abfahrt den 2360 Meter hohen Izoard, wo auch das Ziel der Etappe liegt. Die letzten zehn Kilometer vor dem Gipfel des Izoard haben im Schnitt über neun Prozent Steigung. Alles raushauen - und dann schauen, zu welchem Resultat es gereicht hat. Das muss die Devise der Favoriten sein.

Freitag: Die Kletterer haben ihre Schuldigkeit getan, nun dürfen erneut die Sprinter und Ausreißer zeigen, was sie können. Aber Vorsicht: Mit 222,5 Kilometern ist der Kurs von Embrun ins sonnige und heiße Salon-de-Provence der längste Tagesabschnitt der diesjährigen Tour. Und brettflach ist es eben auch nicht. Gerade zu Beginn des Tages geht es rauf und runter, die Fahrer machen durchaus noch einmal ihre Höhenmeter. Fraglich, ob die Sprinterteams noch genügend Reserven haben, um ihre Kapitäne schadlos über den Kurs zu pilotieren.

Der Tour-Sieg ist folglich noch nicht ausgemacht, selbst nicht für den aktuellen Gesamtleader Chris Froome. Er konnte zwar das gelbe Trikot am Sonntag verteidigen, allerdings nur mit viel Mühe. Der britische Vorjahressieger, der mit seinen Verfolgern im Gesamtklassement 6:25 Minuten Rückstand auf den Tagessieger Mollema aufwies, liegt 18 Sekunden vor dem Italiener Fabio Aru. Weitere fünf Sekunden dahinter rangiert Romain Bardet aus Frankreich. Es ist also noch alles offen.




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Dokument erstellt am 2017-07-17 16:27:07



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