• vom 18.09.2017, 17:25 Uhr

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Der große Wurf des sanften Wieners




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  • Mensur Suljovic gewann die Darts-Champions-League - ein Karriere-Meilenstein.

Cardiff. (may) Wie so oft beim Darts sind es am Ende kleine Geschenke, die zu großen Siegen führen können. Gary Anderson etwa, seines Zeichens zweimaliger Weltmeister und Nummer zwei der Pfeile-Welt, verpasste in der nervenzerfetzenden Finalatmosphäre von Cardiff überraschend die Doppel-Fünf - womit es statt Satzausgleich und 10:10 plötzlich drei Matchdarts für Mensur Suljovic hieß. "Das ist der Moment für Suljovic in seinem Darts-Leben", brüllte der britische Kommentator ins Mikrofon. Und der 45-jährige Wiener bewältigte die Nervenprüfung auf die tückische Doppel-14, zu der er ob der großen Anspannung mehrmals ansetzen musste, bravourös. Seit Sonntagabend hat Österreich außer David Alaba im Fußball einen weiteren Champions-League-Sieger. Nämlich Mensur Suljovic, und das im boomenden Darts-Sport.

11:9 lautete der Endstand in der zweiten Auflage der Darts-Champions-League, einem der bedeutendsten Turniere der Professional Darts Corporation (PDC). Der Sieg des gebürtigen Serben, der als Nummer sieben der Welt an dem Einladungsturnier der Top-Acht teilnehmen durfte, ist nicht nur eine sportliche Sensation, er ist auch ein Meilenstein in der Karriere des einstigen Pub-Besitzers aus der Brigittenau. Achtungserfolge feierte der sanfte Wiener (Künstlername "The Gentle") in dem einstigen Pubsport immer wieder, doch vor dem großen Coup machten ihm dann oft die Nerven beziehungsweise groß aufspielende Gegner einen Strich durch die Rechnung. Mit dem ersten Major-Titel ist dieser Bann nun gebrochen.

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Und Suljovic darf sich auch zurecht damit rühmen, der (mit Abstand) beste Spieler im deutschsprachigen Raum zu sein, zumal der Sport von Akteuren der Insel sowie den Niederlanden dominiert wird. "Ich fühle mich perfekt, ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Turnier gewinnen könnte", meinte der fassungslose Suljovic. Nach seinem Siegeswurf war er seinem schottischen Finalgegner mehrmals um den Hals gefallen. Auch finanziell zahlt sich der Erfolg des Profi-Werfers aus, beträgt doch das Preisgeld für den Champions-League-Titel wohlfeile 100.000 Pfund (umgerechnet rund 114.000 Euro).

Suljovic tritt in die Nachfolge von Darts-Legende Phil Taylor
Der Triumph in Cardiff war aber auch schwer verdient: Suljovic gewann seine Vorrundengruppe souverän nach Siegen über Anderson sowie Peter Wright und David Chisnall. Im Halbfinale hatte dann einer der erfolgreichsten Akteure der Darts-Welt, der Niederländer Raymond van Barneveld, mit 9:11 das Nachsehen. Womit Suljovic nun gleichermaßen in die Nachfolge des Allergrößten der Szene getreten ist: Im Vorjahr hatte die britische Darts-Legende Phil Taylor die Champions League gewonnen.




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Dokument erstellt am 2017-09-18 17:30:02



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