• vom 25.09.2017, 17:04 Uhr

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Im Bannstrahl des Donald




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Die NFL-Oberen waren dabei nicht die Einzigen, die sich den Zorn Trumps zugezogen hatten: Nahezu zur gleichen Zeit hatte er den Basketballern der Golden State Warriors aus Oakland, allen voran deren Starspieler Steph Curry, per Twitter ausrichten lassen, dass sie im Weißen Haus nicht willkommen wären. (Bisher gehörte es zur Tradition, dass der regierende NBA-Champion dort geehrt wird.) Die Folge: Am Sonntag nahmen sich nicht wie bisher nur ein paar Dutzend, sondern hunderte, in der überwältigenden Mehrheit afro-amerikanische Spieler, Coaches und sonstige Teambetreuer die Losung "Take a Knee" zu Herzen und knieten sich hin, während das "Star-Spangled Banner" intoniert wurde.

Die NFL-Verantwortlichen, wiewohl mehrheitlich prinzipiell Trump und seinen Republikanern zugetan - der exklusive Klub von Teambesitzern ist seit jeher eine Ansammlung alter, weißer Männer, von denen einige Trumps Wahlkampf großzügig unterstützten -, taten im Anschluss das Ihre, um die Situation nicht völlig eskalieren zu lassen. "Eine Reflexion der Frustration, der Enttäuschung über Trumps Rhetorik, die uns nicht zusammen bringt, sondern auseinandertreibt" beklagte Commissioner Roger Goodell am Ende des historischen Spieltags. Der Mann versuchte zu retten, was zu retten ist; aber am Ende musste der Karren angesichts eines offenbar von jeglichem Realitäts- und Geschäftssinn losgelösten Präsidenten trotzdem am halben Weg zum Ziel stecken bleiben.

Nascar stellt sich hinter Trump
Letzterer tat am Montag, was er immer tut, wenn ihm dräut, dass eine seiner Tiraden vielleicht doch zu weit gegangen war: Er ruderte zuerst zurück, schwächte seine Botschaft ab - freilich nur, um dann zu deren ursprünglichen Inhalt zurückzukehren. Seine Haltung, dass die NFL widerspenstige Geister, die seinem strammen Nationalismus nicht folgen wollen, "hinauszuschmeißen", habe "nichts mit Rasse zu tun", sondern mit "Respekt vor der Fahne und derer, die für sie gefallen sind". Immerhin: Trump kann sich damit trösten, dass es in dem von ihm regierten Land zumindest einen Sport gibt, dessen Organisatoren wie seine Anhänger sich so ausnahms- wie bedingungslos auf seine Seite geschlagen haben. Die Vertreter der im Mittleren Westen und im Süden - und praktisch nur dort - populären Nascar-Serie machten am Wochenende klar, dass sie jeglichem öffentlichen Protest während des Abspielens der Hymne ungeachtet der Stellung und des Status des Betroffenen mit fristlosen Entlassungen begegnen würden. Zum Dank twitterte der Präsident am Montagmorgen: "Ich bin so stolz auf Nascar und seine Unterstützer und Fans."

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Dokument erstellt am 2017-09-25 17:09:05



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