• vom 27.09.2017, 16:30 Uhr

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Abschiedsrunde im Schwitzkasten




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  • Sebastian Vettel ist vor dem letzten Formel-1-Grand-Prix von Malaysia im WM-Kampf schon unter Druck.

Sepang. (may) Er ist zweifelsohne eine Herausforderung für Mensch und Maschine: Temperaturen im Cockpit von bis zu 50 Grad Celsius - und das bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Und wenn der Monsunregen plötzlich einfällt, wird die Sache nicht etwa angenehmer, sondern richtig rutschig und damit brandgefährlich. Die Rede ist vom Formel-1-Grand-Prix von Malaysia in Sepang, der am Sonntag (9 Uhr MESZ) zum 18. Mal über die Bühne geht und den Fahrern wieder einmal alles abverlangen dürfte.

Allerdings gibt Malaysia heuer seine Abschiedsvorstellung aus der Königsklasse des Motorsports, denn für die Veranstalter ist das Im-Kreis-Fahren nicht mehr attraktiv genug, weshalb der Vertrag vorzeitig beendet wurde. Dafür kehren nächstes Jahr zwei Klassiker in Europa zurück: Le Castellet und Hockenheim.

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Während wohl nicht wenige Fahrer über die Abschiedsrunde im malaysischen Schwitzkasten froh sein dürften, ist es WM-Leader Lewis Hamilton nicht: "Es ist wirklich traurig. Man nimmt einen der härtesten, wenn nicht den härtesten Grand Prix aus dem Kalender. Er wird schwer zu ersetzen sein", meinte der Brite. Dabei ist der 5,543 Kilometer lange Kurs beileibe nicht Hamiltons Lieblingsstrecke, hat er doch dort erst ein Mal (2014) gewonnen - ganz im Gegensatz übrigens zu seinem schärfsten Rivalen in dieser Saison, Sebastian Vettel. Der deutsche Vierfach-Champion ist in Sepang mit vier Erfolgen (2010, 2011, 2013, 2015) Rekordsieger, der Kurs mit seinen High-Speed-Geraden, schnellen Kurven und Haarnadeln scheint wie gemacht für den 30-Jährigen.

Nadelstiche fürs Nervenkostüm
Einen Sieg heuer hätte Vettel aber bitter nötig, will er den WM-Kampf gegen Hamilton wieder spannend machen. Denn der Brite hat einen klassischen Lauf, hat nach der Sommerpause alle drei Rennen gewonnen und bereits einen 28-Punkte-Polster herausgefahren - während sein Widersacher schwächelt und zudem sein erhöhtes Risiko bitter bezahlte, als er in Singapur in der Startphase crashte. Doch in Maranello hat man die Hoffnung auf den ersten Titel seit 2007 noch nicht aufgegeben, wiewohl auch die verbleibenden fünf Streckenprofile eher Mercedes zugutekommen. "Wir versprechen, dass es nicht vorbei ist, es wird nur schwerer. Wir versprechen, bis zur letzten Kurve der Weltmeisterschaft zu kämpfen", versicherte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene. "Es ist schwierig, aber nicht unmöglich." Auch Vettel macht sich und den gebeutelten Ferraristi Mut: "Es geht weiter, es ist kein Weltuntergang." Sein Konkurrent gibt ihm derweil kalt-warm. Einerseits meinte Hamilton im britischen Fernsehen, dass Vettel "ein unglaublicher Athlet und ganz bestimmt einer der besten Fahrer, die wir in diesem Sport sehen" sei, andererseits setzte er gezielte Nadelstiche Richtung Nervenkostüm des Deutschen. "Es ist toll, dass einige der Schwächen dieses Jahr zutage treten, und ich bin dankbar für die jüngste." Hamilton selbst agiert momentan ohne Tadel - und scheint aus der vergangenen Saison gelernt zu haben. "Da gab es eine Menge Fehler, aber dieses Jahr versuche ich sicherzustellen, fokussiert zu bleiben und nicht viele Fehler zu machen", erzählte der Engländer, der heuer noch kein einziges Mal ausfiel. Ein möglicher Schlüssel zum WM-Titel.




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Dokument erstellt am 2017-09-27 16:36:09



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