• vom 30.09.2017, 07:30 Uhr

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Liebenswerte Gewinner




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Von Stefan Mayer

  • Das sportliche Nationalheiligtum der Vereinigten Staaten, Baseball, geht in die heiße Saisonphase.

Jake Arrieta ist nur ein Garant für den aktuellen Erfolg der Chicago Cubs.

Jake Arrieta ist nur ein Garant für den aktuellen Erfolg der Chicago Cubs.© Jeff Roberson/ap Jake Arrieta ist nur ein Garant für den aktuellen Erfolg der Chicago Cubs.© Jeff Roberson/ap

Chicago. "Take October" heißt es ab kommender Woche in der amerikanischen Major League Baseball (MLB). Am Dienstag, 3. Oktober, starten die Play-offs mit den Wild-Card-Games zwischen den New York Yankees und den Minnesota Twins sowie den Arizona Diamondbacks und den Colorado Rockies. Grund genug, um einen Rückblick auf die vergangene Saison zu werfen und einen Ausblick auf die Meisterschafts-Chancen der verbliebenen Teams zu wagen.

Mit der Vorsaison ging eine Ära zu Ende, eine Ära des Nicht-gewinnen-Könnens. Die lovable Losers der Chicago Cubs - wie sie bis 2016 wegen ihrer chronischen Titellosigkeit genannt wurden - konnten doch siegen und sicherten sich den ersten Titel seit 1908. Mit einem Abstand von 108 Jahren waren sie der Verein der großen Ligen der Vereinigten Staaten, der am längsten von einem zum nächsten Titel warten musste. Dieser Fluch endete am späten Abend des 2. November 2016 am Wrigley Field in Chicago. Nach einer dramatischen Finalserie gegen die Cleveland Indians stand einer der charismatischsten Baseballklubs des Landes ganz oben. Nach zahlreichen unruhigen Jahren, die geprägt waren von vielen Trainerwechseln und inkonstanten Leistungen auf dem Feld, gelang mit der Verpflichtung Joe Maddens als Manager im Jahr 2015 - der bereits zuvor erfolgreich in Anaheim und Tampa Bay arbeitete - und einem Mix aus jungen und sehr talentierten Spielern ein Erfolgslauf. Im ersten Jahr sollte der Einzug in die Championship Series, das Halbfinale, gelingen. Dort wurde man zwar von den New York Mets eindeutig in die Schranken gewiesen, doch vergangenes Jahr gelang der große Coup, und so wurden aus den liebenswerten Verlierern die liebenswerten Gewinner.


Die MLB-Saison 2017 fing hingegen holprig an, und so lief man den zu Beginn unerwartet starken Milwaukee Brewers in der Division eine Zeit lang hinterher. Dankbar konnten die Cubs für die Schwäche ihrer Erzrivalen sein. Für die St. Louis Cardinals begann das Jahr noch schlechter und wurde kaum besser. Die Central Division - in der genannte Teams spielen - wurde in den Saisonen zuvor oftmals vom Klub aus Missouri dominiert, doch nach 2016 verpasste er auch dieses Jahr die Play-offs. Die Cubbies - ein weiterer Spitzname der Chicagoer - schafften jedoch den Turnaround und legten in den Sommermonaten tolle Serien hin, die sie wie auch vergangenes Jahr als Divisionssieger in die Play-offs starten lassen.

Zwei Ligen, sechs Divisionen
Aus den anderen beiden National League Divisionen - die Liga ist in zwei Ligen unterteilt, in National- und American League, und diese wieder in jeweils drei Divisions - schafften es die Favoriten der Washington Nationals aus dem Osten und die Los Angeles Dodgers aus dem Westen in die Post-Season als Sieger. In der American League setzten sich ebenfalls erwartungsgemäß die favorisierten Teams ihrer Divisionen durch: die Boston Red Sox im Osten, Cleveland Indians in der Central Division und im Westen die Houston Astros. Die vier Wild-Card-Plätze belegen die zu Beginn Genannten, Yankees, Twins, Diamondbacks und Rockies. Hierbei handelt es sich um die zwei Plätze pro League, die an die Teams gehen, die ihre Division nicht gewinnen konnten, aber aufgrund ihrer Sieg-Niederlage-Bilanz so gut sind, dass sie de facto über ein Wild-Card-Game noch eine Chance bekommen, die Play-offs zu erreichen. Ein Lucky-Loser-Platz, wenn man so will. Das erfolgreichere Regular-Season-Team hat Heimrecht in diesem Entscheidungsspiel. Der Gewinner des Spiels der American League New York oder Minnesota trifft danach auf das stärkste Divisionssieger-Team, die Indians, und der Sieger aus Diamondbacks und Rockies muss die folgende Best-of-Five-Serie in der Divisions-Serie gegen die Besten aus der National League bestreiten, also die Dodgers. Seit der Einführung eines einzigen Wild-Card-Spiels im Jahr 2012 schafften es bis auf einmal keine Teams aus diesem Knock-out-Duell in die Finalspiele am Ende. 2014 gelang es aber paradoxerweise beiden, und so standen sich schließlich die Kansas City Royals und die San Francisco Giants gegenüber. Der Klub aus Kalifornien entschied diese Serie nach sieben Spielen für sich.

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Dokument erstellt am 2017-09-29 16:06:06



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