• vom 12.01.2018, 22:25 Uhr

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Handball-EM

Bitterer Beginn




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  • Österreich steht nach 26:27-Niederlage gegen Weißrussland vor dem Ausscheiden. Am Sonntag geht es gegen Großmacht Frankreich.

Alexander Hermann traf gegen Weißrussland zweimal. Am Ende fehlte Österreich ein Tor.

Alexander Hermann traf gegen Weißrussland zweimal. Am Ende fehlte Österreich ein Tor.© ap/Darko Bandic Alexander Hermann traf gegen Weißrussland zweimal. Am Ende fehlte Österreich ein Tor.© ap/Darko Bandic

Porec. (sir) Wenn man bei einer Europameisterschaft in eine Gruppe mit dem Weltmeister und dem Vizeweltmeister gelost wird, dann mag das eine Ehre sein, Losglück ist es nicht. Genau das ist Österreichs Handballern bei der EM in Kroatien aber widerfahren, das junge Team kann daher bestimmt tolle Erfahrungen gegen Frankreich und Norwegen sammeln. Weil das allein aber doch zu wenig für eine solche Dienstreise ist, peilte man den dritten Rang in der Gruppe an, der zum Aufstieg in die Hauptrunde berechtigt.

Neben den zwei Turnierfavoriten war auch Weißrussland in die Gruppe B gelost worden, teilte sich also mit Österreich die zweifelhafte Ehre. "Wir haben dieses Spiel als Finale gesehen", sagte Flügel Robert Weber. Die Partie hatte auch viel von einem Endspiel: intensiv, eng, emotional, und zwei Mannschaften, die auf Augenhöhe agierten. Am Ende entschied ein einziges Tor.


"Bitter", fasste Teamchef Patrekur Johannesson das 26:27 knapp zusammen, bei dem die Österreicher fast ausschließlich hinterherlaufen mussten.

Aus österreichischer Sicht entwickelte sich so ein geradezu sisyphoshafter Spielverlauf, denn kaum schaffte man Anschluss oder gar Gleichstand, zogen die Weißrussen, die sich gegen Polen, Serbien und Rumänien in der Qualifikation durchgesetzt hatten wieder davon. Zur Pause betrug der Rückstand zwei Treffer.

Johannesson hatte vor dem Wechsel viel durchgetauscht, vermutlich um Kräfte für die Schlussphase zu sparen. Das schien sich bezahlt zu machen. Zwar konnten sich die Weißrussen zweimal mit vier Torenabsetzen, doch die Österreicher kamen beidemale zurück und schienen am Ende auch tatsächlich die stärkere Mannschaft zu sein. Keeper Thomas Bauer kam immer besser ins Spiel, und auch der reaktivierte Oldie Vitas Ziura war sowohl in der Deckung als auch vorne stark.

In der Schlussphase ließ die ÖHB-Truppe dann aber einige gute Chancen ungenützt oder nahm sich diese durch Zeitstrafen vorab. Wobei nicht alle Strafen zwingend zu geben gewesen wären. Das Glücksvogerl hatte sich in dieser Phase auch eher auf der weißrussischen Bank niedergelassen. Die Weißrussen brachten so die Partie, die ihnen aus den Händen zu rutschen drohte, über die Ziellinie und können damit auf Platz drei hoffen, während das junge österreichische Team eher mit der vorzeitigen Heimreise wird rechnen müssen.

Am Sonntag im Spiel gegen Frankreich wird es wohl eher ums Lernen als ums Gewinnen gehen. Die Franzosen haben von den letzten zwölf Großereignissen, also WM, EM und Olympia, nur vier Mal nicht gewonnen.




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Dokument erstellt am 2018-01-12 22:29:05



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