• vom 13.10.2017, 16:54 Uhr

Sport


Olympia

Enges Rennen um Olympia 2026




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Befürworter wie Gegner mobilisierten noch einmal alle Kräfte vor der Volksbefragung am Sonntag in Tirol.


© Jakob Gruber/apa/expa © Jakob Gruber/apa/expa

Innsbruck. (apa/may) Ja oder nein. Anders als bei der Nationalratswahl, bei der die zähen Koalitionsverhandlungen erst nach dem Wahltag beginnen, ist es bei der Volksbefragung pro oder contra Olympia 2026 in Innsbruck relativ simpel. Auch wenn das Ergebnis der Befragung verfassungsrechtlich nicht bindend ist, so hat die Tiroler Landesregierung im Vorfeld versprochen, sich an das Ergebnis halten zu wollen. Somit wird am Sonntagabend, spätestens aber am Montag nach Auszählung der Briefwahlstimmen, feststehen, ob sich Innsbruck und Tirol nach 1964 und 1976 ein drittes Mal um Olympische Winterspiele bewerben werden.

Allgemein erwartet wurde, dass es ein enges Rennen gibt, zumal schon 1993 und 1997 eine mögliche Bewerbung am Volkswillen gescheitert ist - damals durfte jedoch nur in Innsbruck abgestimmt werden. Nun gilt: Ein "Nein" aus Innsbruck am 15. Oktober kann ein "Ja" der ganzen Tiroler Bevölkerung nicht umwerfen.


"Partner auf Augenhöhe"
Vertreter aus Land, Stadt, ÖOC (Österreichisches Olympisches Komitee) und den Austragungsgemeinden haben am Freitag noch einmal alle Argumente für ein positives Votum in die Schlacht geworfen und zudem günstigen Rückenwind geortet: "Ich stelle einen positiven Trend fest", meinte etwa Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Auch Ex-Skistar Benjamin Raich, der in den vergangenen Wochen als Olympia-Botschafter durch das Land getourt war, meinte, dass er für die Volksbefragung ein "sehr, sehr gutes Gefühl" habe. "Ich hoffe als Sportler, aber auch als Tiroler und als Jungvater, dass das gutgeht", meinte Raich. Platter strich nochmals die Pro-Argumente für Winterspiele hervor und nannte dabei unter anderem die Beschäftigung, Wertschöpfung und das Entstehen von leistbarem Wohnraum. Gleichzeitig mahnte er aber auch die Bevölkerung, nicht die Unwahrheiten zu glauben, die verbreitet würden und sprach damit die Oppositionspartei Liste Fritz an, die seit Wochen Stimmung gegen Olympische Spiele machte. Sportlandesrat Josef Geisler (ÖVP) ortete dahinter andere Motive. "Der Liste Fritz geht es nicht um Olympia, sondern um ihren politischen Überlebenskampf." Platter richtete zudem einen Appell an die Tiroler Bevölkerung, ihm zu vertrauen. "Die Tiroler wissen, dass ich einer bin, der auf die Finanzen schaut. Ich stehe den Bürgern im Wort, dass nur unter unseren Bedingungen ein Vertrag mit dem IOC abgeschlossen wird", betonte er und wiederholte erneut den Leitsatz: "Unsere Spiele, nach unseren Regeln."

Auch ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel bekräftigte, dass die Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine Trendwende eingeleitet habe. Man sei heute in der einmaligen Situation, dem IOC als Verhandlungspartner auf Augenhöhe entgegenzutreten. "Wir unterschreiben keinen Vertrag, der nicht unseren Vorstellungen und dem Innsbruck/Tirol-Angebot entspricht", sagte Mennel.

Demgegenüber haben Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Obmann Fritz Dinkhauser von der Liste Fritz die Bevölkerung vor einer Zustimmung gewarnt - und das mit reichlich Aktionismus: Mit vorgehaltenen Masken der Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), Landeshauptmann Platter (ÖVP) und ÖOC-Präsident Karl Stoss warfen Aktivisten Spielzeuggeld vom vierten Stock des Landhauses nicht nur sprichwörtlich zum Fenster hinaus. "Hier werden 15 bis 20 Millionen Euro Steuergeld verschwendet", erklärte Haselwanter-Schneider, die ebendiese Summe auf den Bewerbungsprozess bezog, der bei einem "Ja" am Sonntag beginne. "Wenn wir den Zuschlag nicht bekommen, dann ist das Geld futsch." Dinkhauser selbst, der seit der Landtagswahl 2013 als Obmann der Liste nur mehr sporadisch präsent ist, kritisierte noch einmal die seiner Ansicht nach "manipulative Frage". Konkret lautet diese am Sonntag: "Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?" Wie auch immer - "es wird knapp", meinte auch Haselwanter-Schneider.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-13 17:00:07




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wenn die Luft wegbleibt
  2. "Jetzt sind wir ein richtiger Amateurklub"
  3. Endlich wieder mal lachen können
  4. Bereit für das Pfeile-Spektakel
  5. Vom Krankenbett aufs Siegerstockerl
Meistkommentiert
  1. "Frischfleisch" für die Trainer
  2. "Reagieren wie Panzer"
  3. Werdenigg vier Stunden als Zeugin befragt
  4. Von Köln nach Dortmund
  5. "Jetzt sind wir ein richtiger Amateurklub"

Werbung



Werbung


Werbung