Lienz.

"Es hat vielleicht unverhofft kommen müssen, im Super G habe ich mir wohl zu viel Druck gemacht", resümierte Fenninger, die die Italienerin Federica Brignone und die Französin Tessa Worley auf die Ränge zwei und drei verwies. Der lange ersehnte Sieg sei letztlich aber nur eine Frage der Zeit gewesen. "Ich habe vor allem im Super G schon gesehen, wie knapp ich dran bin", erklärte Fenninger. "Nach dem ersten Lauf (Rang sechs, Anm.) war innerlich das Podium mein Ziel. Der zweite Durchgang war dann aber genau mein Lauf", erzählte die 22-Jährige im Ziel.
Steigerung im Riesenslalom
Der erste Weltcup-Sieg war auch von ihrem Umfeld schon lange erwartet worden. Vor knapp drei Jahren war Fenninger im Super G von Cortina dAmpezzo erstmals unter die ersten Drei gefahren. "Jetzt am Podium zu stehen, vor all meinen Fans, das ist das Schönste, das einem Sportler passieren kann", sagte sie.
Eigentlich erzielte Fenninger bisher ihre besten Resultate in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super G, eine Leistungssteigerung im Riesenslalom war in dieser Saison aber unverkennbar. War sie beim Auftakt am Gletscher in Sölden noch mit der hohen Startnummer 31 in die Saison gestartet, überraschte Fenninger schon dort mit Rang sechs, in Aspen belegte sie bereits Rang vier. Nun sorgte sie für den ersten österreichischen Sieg im Riesenslalom seit knapp zwei Jahren, als Kathrin Zettel in Maribor gewonnen hatte.
In Lienz durfte sich neben Fenninger noch eine zweite ÖSV-Läuferin über ihr bestes Weltcup-Resultat freuen, die Halbzeit-Zweite Stefanie Köhle belegte Rang sechs. "Nach meinem zweiten Lauf habe ich geglaubt, weiter hinten zu sein. Aber ich habe gesehen, dass ich auch mit Fehlern in der absoluten Spitze dabei sein kann", sagte Köhle. Fenninger und Köhle werden beim Slalom am Donnerstag nicht am Start sein, Marlies Schild, die im Riesenslalom Rang 15 belegte, wird versuchen, ihre Siegesserie fortzusetzen.