Wengen. (art) Die Lauberhornrennen gehören zur Schweiz wie Raclette oder die Schokolade. Hier, im Berner Oberland, hat die Modernisierung ein bisschen länger gebraucht, ist man stolz darauf, sich ein Stück des Althergebrachten bewahrt zu haben.
Wengen ist noch immer nur über die Alpbahn erreichbar und autofrei, im Zielraum werden neben den typischen kulinarischen Spezialitäten und Heißgetränken Kuhglocken feilgeboten, mit denen dann bei den Fahrten von Didier Cuche und Co. eifrig gerasselt werden darf, ehe dann bei der - da grüßt dann doch der treue Begleiter des Weltcups namens Eventismus - bei der After-Race-Party abgeshaked wird. Es ist diese Mischung aus etwas anachronistisch anmutendem Charme und moderner Inszenierung, die Wengen, das Weltcup-Dörfli, wie es sich selbst nennt, am Fuß von Eiger, Jungfrau und Mönch, so besonders macht. Einerseits. Doch mehr noch verdanken die Lauberhorn-Rennen, die am Freitag (10.30/14 Uhr) mit der Super-Kombination beginnen, ihre Stellung als das, was man gemeinhin als Klassiker bezeichnet, ihrer langen und bewegten Geschichte seit 1930 und der ebenso abwechslungs- und temporeichen wie kraftraubenden Streckenführung.
Die Abfahrt ist mit knapp 4,5 Kilometern und einer Fahrzeit von rund 2:30 Minuten die längste im gesamten Skizirkus, Passagen wie Hundsschopf, Minschkante und Brüggli-S sind Ski-Fans aus aller Welt ein Begriff. "Ich liebe diese Stellen. Kein Designer der Welt hätte sie derart genial zeichnen können, wie sie die Natur gemacht hat", schwärmt Lokalmatador und Co-Favorit Beat Feuz in beinahe romantisierender Weise auf blick.ch.
"Wengen ist Wengen"
Das war auch stets das Hauptanliegen des Organisationskomitees rund um Viktor Gertsch, den Sohn des Rennerfinders Ernst, und Fredy Fuchs. "Der Architekt ist die Natur", lautet das Credo des Lauberhorn-Veterans, der nach 42 Teilnahmen an der Organisation heuer seinen Abschied begeht. Dann erzählt Fuchs Anekdoten von früher, als die Fahrer noch keine modernen Gladiatoren waren und er bei Nacht-und-Nebelaktionen Tore umstecken ließ, weil er meinte, der Kurs passe sich nicht richtig an den Berg an.
Seit damals hat sich viel geändert in Wengen. Das Budget wurde vervielfacht und liegt mittlerweile bei rund fünf Millionen Euro, Sicherheitsmaßnahmen wurden - auch aufgrund tragischer Zwischenfälle wie dem Tod des Österreichers Gernot Reinstadler im Jahr 1991 - erhöht, einige Abschnitte entschärft, und Tore umstecken geht freilich auch nicht mehr. Seinen klassischen Charme ließ sich Wengen aber auch nach 82 Jahren nicht streitig machen. Bruno Kernen, Abfahrtssieger 2003, fasst ihn in der "Berner Zeitung" einfach zusammen: "Wengen ist schön, Wengen ist speziell. Wengen ist Wengen."
Hochrum/Tirol. Kathrin Zettel ist am Freitag erfolgreich am linken Knie operiert worden. Bei der 25-jährigen Niederösterreicherin war ein Einriss am...weiter