Wengen. Weltcup-Titelverteidiger Ivica Kostelic hat die Superkombination von Wengen für sich entschieden. Der Kroate setzte sich nach Abfahrt und einem Slalom-Durchgang vor dem Schweizer Beat Feuz und dem US-Amerikaner Bode Miller durch. Als bester Österreicher landete Benjamin Raich auf Rang sieben.
Trotz des 23. Platzes in der Abfahrt schnappte sich der Kroate dank eines bärenstarken Slaloms noch seinen 21. Weltcup-Erfolg, den sechsten in der Kombination. Der amtierende Gesamt-Weltcup-Sieger verhinderte damit einen Schweizer Heimerfolg, Beat Feuz, der Schnellste in der Abfahrt, musste sich nur um 0,20 Sekunden geschlagen geben.
Kostelic, der in Wengen seinen dritten Saisonsieg holte, hatte in der Abfahrt als 23. noch knapp drei Sekunden Rückstand auf Feuz. "Ich hatte keine Hoffnung mehr auf den Sieg, denn der Slalom war kurz und leicht gesetzt", meinte Kostelic, für den sich die volle Attacke im Slalom bei noch guter Sicht und Piste voll ausgezahlt hat. "Viel besser kann ich nicht fahren."
Raich verpatzte den Slalom
Raich erarbeitete sich mit einer gelungenen Abfahrt eine vielversprechende Ausgangsposition, den Slalom verpatzte der Tiroler dann aber. "Ich bin leider viel zu hart gefahren", ärgerte sich der 33-Jährige, der im Slalom 1,82 Sekunden langsamer als Kostelic war. Die tiefen Spuren in der Piste wollte Raich nicht als Ausrede benützen. "Natürlich war die Piste nicht mehr optimal, aber es wäre noch deutlich mehr möglich gewesen."
Die Leistung in der Abfahrt machte Raich aber Mut für die Zukunft, in der er wieder vermehrt in den Speed-Disziplinen angreifen möchte. "Ich werde im Hinblick auf die nächste Saison wieder mehr die Abfahrt forcieren", kündigte Raich an. In Wengen geht der Pitztaler am Samstag nicht an den Start, seine Teilnahme auf der Streif in Kitzbühel ließ er aber noch offen.
Alles andere als fehlerfrei ist der Renntag für Romed Baumann gelaufen, der Tiroler Mitfavorit wurde aufgrund eines Schnitzers in der Abfahrt im Ziel-S und eines Slalom-Stehers am Ende nur 26. Mehr als zufrieden war hingegen der zweitbeste Österreicher Björn Sieber, der Elfter wurde: "Vor allem die Abfahrt ist für mich super gelaufen, im Slalom war sogar noch mehr drinnen."
Am Samstag folgt mit der Abfahrt der Höhepunkt der 82. Auflage der Lauberhorn-Rennen, am Sonntag ist im Slalom wieder ÖSV-Jungstar Marcel Hirscher im Einsatz. Hirschers Vorsprung im Gesamt-Weltcup ist am Freitag ordentlich geschrumpft, Kostelic verkürzte den Rückstand auf den Salzburger auf 130 Punkte.