
Innsbruck. Rücktritte sind ja oft von einem gewissen Pathos, manchmal auch von Tränen begleitet. Von all dem merkte man jedoch nichts, als Hans Grugger sein Karriereende verkündete. Am Montagabend ging eine Einladung zu einer Pressekonferenz mit dem Salzburger Skifahrer, Herren-Trainer Mathias Berthold und ÖSV-Sportdirektor Hans Pum ein, am Dienstagnachmittag zog Grugger dann öffentlich und ohne große Wehmut einen Schlussstrich unter seine Karriere.
Natürlich sei ihm die Entscheidung schwer gefallen, erklärte der 30-Jährige in Innsbruck, aber irgendwann habe er sich eingestehen müssen, dass sein rechtes Bein es nicht zulasse, "mit den Besten der Welt mitzufahren". Die Probleme im Bein sind Nachwirkungen seines Sturzes am 20. Jänner 2011 im Kitzbühel-Training, der Fans und Kollegen den Atem stocken ließ. Nach einem harten Aufprall nach dem Sprung in die Mausefalle war Grugger bewusstlos liegen geblieben, er musste mit schweren Kopf- und Brustverletzungen fünfeinhalb Stunden lang notoperiert und in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden.
Auch deshalb sagt Grugger jetzt: "Ich bin dankbar, dass ich hier sitzen und wieder normal Skifahren kann." Schon etwas mehr als ein halbes Jahr nach dem Unfall ist er erstmals wieder auf Skiern gestanden, mit dem großen Ziel, doch wieder den Sprung zurück in den Weltcup zu schaffen.
Vier Weltcupsiege
"Aber es hat sich gezeigt, dass es vom Körper her nicht mehr geht", sagt Grugger nun. Konkrete Pläne für die Zukunft hat er noch nicht gefasst, künftig wolle er aber "nur mehr zum Spaß Skifahren" und im Herbst eventuell mit der Trainerausbildung anfangen, wie er erklärt.
Der Sturz auf der Streif war zwar der folgenschwerste, aber es war beileibe nicht seine erste Verletzung. Schon vor seinem Debüt im Weltcup 2003 hatte er unter anderem einen Kreuzbandriss hinter sich, danach verlief kaum eine Saison problemlos. Dennoch brachte es Grugger auf vier Weltcupsiege, je zwei in der Abfahrt und zwei im Super G.