• vom 04.02.2016, 17:16 Uhr

Ski


Ski alpin

Eine Abfahrt, die die Gemüter spaltet




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Skifahrer testen die Olympia-Strecke in Südkorea - und sind geteilter Meinung.



Jeongseon. Erstmals in der Geschichte wird am Samstag in Südkorea eine Abfahrt gefahren (4 Uhr MEZ), die alpinen Ski-Herren testen beim Weltcup in Jeongseon die Olympiastrecke von Pyeongchang 2018. Kurz, aber nicht knackig war der Tenor nach dem Training, die Gefühlvollen sind gefragt. "Langweilig", schimpfte Christof Innerhofer. "Wir müssen alles fahren können", konterte Hannes Reichelt.

Nach den wegen schwierigen Pisten- und Sichtverhältnissen sehr fordernden Abfahrten in Santa Caterina, Wengen, Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen fanden die Speedfahrer in Südkorea bei kaltem und sonnigem Winterwetter jedenfalls eine griffig präparierte und nicht sehr steile, aber mit vielen Wellen, Kurven und Sprüngen versehene Strecke vor. "Da kann ich das Gefühl auspacken. Für mich war es ein richtiges Genuss-Skifahren", schwärmte Romed Baumann, der als Zweiter des Trainings nur 0,13 Sekunden Rückstand auf Kjetil Jansrud hatte. Er habe sich vom ersten freien Fahren an "auf dem Hügel" wohlgefühlt, meinte Baumann. Die Höhendifferenz ist mit 825 Metern relativ gering, die Kurslänge 2648 Meter. Auch Jansrud hatte dank Trainingsbestzeit keinen großen Grund zur Klage. "Nicht so schwierig, ein bisschen kürzer, langsamer, aber ein brutal schönes Gefühl. Große Sprünge, viel Terrain", zählte der Norweger auf. "Normalerweise wäre es für mich besser, wenn es einen technischen Teil gibt und ein Gleitstück, aber ich war mit einem guten Gefühl unterwegs."

Werbung

Nach den zuletzt schwierigen Rennen in Europa freut er sich vor allem über die guten Verhältnisse. Auch Reichelt kann der gänzlich eisfreien Piste viel abgewinnen, auch wenn es damit "einiges mehr an Favoriten" gebe. "Sie ist schön präpariert, das ist einmal für den Körper gut", sprach der Salzburger für die Athleten mit diversen Blessuren. Wie andere ist auch er der Meinung, dass in Hinblick auf die Olympischen Spiele bei der Kurssetzung noch Potenzial vorhanden ist, damit es etwas schneller wird. "Aber wir müssen alles fahren können, ob es drehend ist oder schnell." Vom Grundcharakter müsste ihm die Abfahrt liegen, erklärte der aktuelle Fünfte der Abfahrtswertung, im Training hatte er jedoch fast zwei Sekunden Rückstand. "Sicher wäre es mir lieber, wenn ich schon schneller wäre, dann bräuchte ich nicht gravierende Änderungen vorzunehmen. Auf morgen hin muss sicher was passieren."

Innerhofer indessen glaubt nicht, dass bei ihm eine große Steigerung möglich ist. "Die geschmeidigen Fahrer sind vorne, die anderen haben heute eine draufgekriegt. Logisch kann man das Setup ändern und näher rankommen. Dann werde ich halt Zehnter." Auch bezüglich einer Olympia-Medaille sieht der Achte der Weltcupwertung schwarz - "außer ich fahre bei den Frauen mit".

Für Österreich testen nach den vielen Ausfällen nur sechs Speedfahrer die Abfahrt. Neben Baumann und Reichelt sind dies Vincent Kriechmayr, Klaus Kröll, Otmar Striedinger und Patrick Schweiger. Marcel Hirscher machte das Training mit - und wurde Letzter -, er wird aber nur im Super G am Sonntag antreten. Striedinger fährt mit einem Hämatom am Arm, er hatte in der Garmisch-Abfahrt ein Tor gerammt. "Ich hatte viel Glück, dass ich mit einem blauen Fleck davongekommen bin. Ich merke es aber bei jeder Stange, es heißt auf die Zähne beißen." Auch er hätte zwar lieber härtere Pistenverhältnisse, freute sich aber dennoch über den Asien-Ausflug: "Mir taugt es hier, mal was Neues, neues Skigebiet, ich genieße es bis jetzt."




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-02-04 17:20:04



Ski-WM in St. Moritz

Medaillenspiegel

Nation G S B Gesamt
1. Österreich 3 4 2 9
2. Schweiz 3 2 2 7
3. Frankreich 2 0 0 2
4. Kanada 1 1 1 3
4. USA 1 1 1 3
6. Slowenien 1 0 0 1
7. Norwegen 0 1 1 2
8. Liechtenstein 0 1 0 1
8. Slowakei 0 1 0 1
10. Schweden 0 0 2 2
11. Deutschland 0 0 1 1
11. Italien 0 0 1 1


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Rapid gewinnt das Derby
  2. Doppel-Duell im Prater
  3. Rivalen der Rennbahn
  4. Tiroler Absage an Olympia
  5. Salzburg holte mit viel Glück 1:1 gegen Admira
Meistkommentiert
  1. "Wunderschöne Jahre"
  2. Tiroler Absage an Olympia
  3. Schock nach Olympia-Aus sitzt tief

Werbung



Werbung


Werbung