• vom 01.12.2016, 16:25 Uhr

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Alles o.k. auf der OK-Piste?




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Von Christian Mayr

  • Abfahrt und Super G in Val d’Isère: Auf der früheren Lieblingspiste der Österreicher soll die ÖSV-Sieglosigkeit ein Ende finden.

Das letzte Abfahrtssieger-Bild von Val d’Isère anno 2005: Walchhofer (M.) vor Strobl (l.) und Grugger.

Das letzte Abfahrtssieger-Bild von Val d’Isère anno 2005: Walchhofer (M.) vor Strobl (l.) und Grugger.© epa Das letzte Abfahrtssieger-Bild von Val d’Isère anno 2005: Walchhofer (M.) vor Strobl (l.) und Grugger.© epa

Val d’Isère. Exakt fünf Abfahrtsklassiker kennt das Ski-Lexikon: Außer Kitzbühel und Wengen sind dies Gröden, Garmisch und Val d’Isère. Letztgenannter Ort in Hochsavoyen hat aber buchstäblich von den langen Abfahrts- auf die kürzeren Technikski umgeschnallt und trägt seit 2008 das traditionelle Kriterium des ersten Schnees auf der steilen Face de Bellevarde aus - übrigens sehr zur Freude von Marcel Hirscher, der den steilen und eisigen Hang zu seinen absoluten Lieblingsstrecken zählt (mit fünf Siegen bisher). Die klassische OK-Piste - benannt nach den Skiläufern Henri Oreiller und Jean-Claude Killy - liegt seit 2005 indes brach und hat seither kein Herren-Weltcup-Rennen mehr gesehen. Am Samstag (10.45 Uhr/ORFeins) endet nun allerdings die lange Abfahrts-Abstinenz, weil Val d’Isère schneebedingt für den neuzeitlichen Klassiker von Beaver Creek eingesprungen ist. Für die gebeutelten ÖSV-Abfahrts-Asse eigentlich ein gutes Omen, denn die OK-Piste galt früher als absolute Lieblingsstrecke der Österreicher.

Denn schon bevor Hermann Maier die Bühne betrat und bald Drei- oder Mehrfachsiege am Programm standen, räumten die ÖSV-Abfahrer zum Saisonstart der Speedfahrer regelmäßig ab: Nach Helmut Höflehner (Double im Jänner 1990) und Leonhard Stock (Dezember 1990) war es Pepi Strobl, der 1994 mit seinem Sieg im erst zweiten Weltcuprennen (Startnummer 61) für Furore sorgte. Ebenfalls in die Siegerliste trugen sich Armin Assinger 1994 (Vierfacherfolg vor Patrick Ortlieb, Josef Strobl und Günther Mader) und Fritz Strobl 1996 (vor Werner Franz, Ortlieb und Josef Strobl) ein. Maier selber schlug auf der für ihn wohl zu anspruchslosen Piste nur einmal zu - vor seinem Unfall im Dezember 2000 (erneut Vierfachsieg vor Stephan Eberharter, Fritz Strobl und Andreas Schifferer). Damit war die rot-weiß-rote Dominanz in Val d’Isère aber noch lange nicht gebrochen: Es folgten 2001 und 2002 die Triumphe von Eberharter (Dreifachsieg vor Klaus Kröll und Schifferer) sowie 2004 der einzige Abfahrtserfolg des "ewigen Zweiten" Werner Franz. Und auch bei der bisher letzten Ausgabe des Abfahrtsklassikers auf der OK-Piste schlug Österreich groß zu - im Dezember 2005 gewann Michael Walchhofer vor Fritz Strobl und Hans Grugger.

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Doch wiewohl die OK-Strecke eher flach und kurvenreich ausgestaltet ist und zudem die Kompression vor dem Zielhang längst ihren Schrecken eingebüßt hat, hat sie doch ihre Gefahrenstellen. Keiner weiß das besser als der Schweizer Silvano Beltrametti, der 2001 in der Abfahrt schwer verunglückte: Bei diffusem Licht verschnitt der 22-Jährige, kam von der Strecke ab, durchschlug die Sicherheitszäune und landete im Wald. Niederschmetternde Diagnose: Querschnittlähmung.

Doch zurück in die Gegenwart, die aus ÖSV-Sicht in der Königsdisziplin alles andere als rosig aussieht: Nach einem Seuchenjahr mit zahlreichen Verletzten und nur drei Stockerlplätzen ist ein baldiger Sieg im WM-Winter Pflicht. Der letzte datiert übrigens vom 7.März 2015, als Hannes Reichelt in Kvitfjell zugeschlagen hat. Der Salzburger war es auch, der im Jahr davor eine 13-monatige Speed-Sieglosigkeit mit seinem Kitzbühel-Triumph beenden konnte. Doch der amtierende Super-G-Weltmeister wird zum Saisonauftakt schwerlich die Kastanien aus dem Feuer holen können, zumal er sich nach seiner Lendenwirbel-Operation vom September langsam wieder an die absolute Spitze herantasten muss. Rückstände von 3,45 beziehungsweise 1,79 Sekunden in den Trainings sagen einiges, aber nicht alles aus - schließlich gilt der 36-Jährige nicht gerade als Trainingsweltmeister. "Es war meine Strategie, eine saubere Linie runterzufahren, aber nichts zu riskieren", meinte er nach dem ersten Herantasten am Mittwoch.

Herangetastet an die Tücken der OK-Strecke wird auch am Freitag (12 Uhr/ORFeins), wenn der SuperG auf dem Programm steht. Mit dabei nicht nur die genesenen Stars wie Aksel Lund Svindal und Matthias Mayer, sondern auch Marcel Hirscher. Seine Rennen kommen aber erst nächstes Wochenende - Riesentorlauf und Slalom am schwierigeren Bellevarde. Für Hirscher schwer o.k.

Ski-Weltcup:

Herren in Val d’Isère:

Super G Freitag, 12.00 Uhr

AbfahrtSamstag, 10.45 Uhr

Riesentorlauf Sonntag, 10/13.00 Uhr

Damen in Lake Louise:

Abfahrt20.30 Uhr

Abfahrt20.30 Uhr

Super G19.00 Uhr




Schlagwörter

Ski alpin, Weltcup, Val d'Isere

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Dokument erstellt am 2016-12-01 16:29:05



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