• vom 23.03.2017, 20:59 Uhr

Ski

Update: 23.03.2017, 21:56 Uhr

Skispringen

"Duell auf Augenhöhe"




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  • Stefan Kraft und Kamil Stoch kämpfen beim finalen Skifliegen um zwei Kugeln.

Kamil Stoch (r.) will Stefan Kraft Kristall noch abspenstig machen. Doch der ist vor dem großen Finale in Planica voll fokussiert. - © Reuters/Kai Pfaffenbach, apa/Barbara Gindl, Val 202 - CC 2.0

Kamil Stoch (r.) will Stefan Kraft Kristall noch abspenstig machen. Doch der ist vor dem großen Finale in Planica voll fokussiert. © Reuters/Kai Pfaffenbach, apa/Barbara Gindl, Val 202 - CC 2.0

Planica. (art/apa) Als ein junger Bursch namens Stefan Kraft im Dezember 2014 beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee seinen ersten Weltcupsieg feierte, war Kamil Stoch bereits zehn Jahre im Weltcup dabei, Doppelolympiasieger, Weltmeister, Tourneesieger und Gesamtweltcupsieger. Heuer liegen die Trümpfe beim 23-jährigen Salzburger. In vielen Belangen hat Kraft den Polen bereits eingeholt, hat gleich in seiner ersten Siegsaison die Vierschanzentournee gewonnen, seither Doppelgold in Lahti sowie vier weitere Medaillen bei nordischen Weltmeisterschaften gesammelt, dazu zwei dritte Plätze bei den Skiflug-Titelkämpfen geholt. Eine Kristallkugel fehlt dem Pongauer aber noch. Ins heurige Finale in Planica, das am Freitag mit dem ersten Einzelbewerb beginnt (15.15 Uhr), geht er mit 31 Punkten Vorsprung auf den Polen Stoch, im Skiflug-Weltcup sind es 56 Zähler.

"Sicher möchte ich das Trikot nicht mehr hergeben, und Kamil will es gerne haben. Es wird ein Duell auf Augenhöhe, auf jeden Fall sehr spannend. Ich freue mich auf einen coolen Abschluss", sagt Kraft.


Rückkehr des Feelings
Denn schon die bisherige Saison ist für ihn nach Maß verlaufen, wobei die Konstanz, die er vor allem in der zweiten Saisonhälfte an den Tag legte, ebenso beeindruckt, wie die Art und Weise, mit der er es schaffte, immer wieder an Schrauben zu drehen, um den Substanzverlust gering und das Niveau hoch zu halten oder gar zu verbessern.

Denn ein Selbstläufer war zuletzt auch die neue Raw-Air-Tour in Norwegen nicht, die für ihn mit dem Gesamtsieg sowie dem Weltrekordflug auf 253,5 Meter so erfolgreich war, wie Kraft erzählt. "Es hat schon Tage gegeben, an denen es nicht so gelaufen ist", sagt er. "Aber wir haben immer einen Zugang gefunden, damit ich wieder das Feeling bekomme, das ich brauche." Mittlerweile hat Kraft ein paar Tage in seiner Pongauer Heimat neue Energie geschöpft - und auch mental fühlt er sich für das große Finale bereit. Motivieren müsse man sich für die abschließenden Bewerbe ohnehin nicht, die Stimmung in der slowenischen Skisprung-Hochburg, in der 70.000 Fans erwartet werden, peitscht die Athleten stets zu Spitzenleistungen. "Ich bin frisch, und wenn man nach Planica kommt, ist es sowieso immer wunderschön. Es gibt nichts Schöneres, als wenn man mit einer Superform zum Skifliegen kommt. Ich freue mich richtig, es wird wieder eine Megastimmung sein."

Zudem ist Kraft ein echter Planica-Fan: Auch wenn es auf dem Rekordbakken in Vikersund noch weiter geht, sei dies die Schanze, "auf der man das Skifliegen am meisten genießen kann. Sie ist einfach genial gebaut", meint Kraft, der im Einzelbewerb am Freitag eine vierköpfige rot-weiß-rote Equipe anführt. Manuel Fettner und Stefan Huber qualifizierten sich mit Flügen auf jeweils 218,5 Meter, Michael Hayböck und Kraft, die wie Stoch und der Deutsche Andreas Wellinger die Qualifikation ausließen, sind ohnehin fix dabei.

Gregor Schlierenzauer, Top-Skiflieger vergangener Tage, wurde von Cheftrainer Heinz Kuttin nicht nominiert. "Ihm fehlt die Konstanz. Man hat gesehen, dass man sich schwertut, wenn man nicht die ganze Vorbereitung hat", sagt Kuttin. Schlierenzauer war vor vier Jahren der bisher letzte Österreicher, der beide Kugeln gewinnen könnte. Kraft könnte nun auf seinen Spuren wandeln. Kamil Stoch hat da freilich etwas dagegen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-23 17:42:13
Letzte nderung am 2017-03-23 21:56:05



Ski-WM in St. Moritz

Medaillenspiegel

Nation G S B Gesamt
1. Österreich 3 4 2 9
2. Schweiz 3 2 2 7
3. Frankreich 2 0 0 2
4. Kanada 1 1 1 3
4. USA 1 1 1 3
6. Slowenien 1 0 0 1
7. Norwegen 0 1 1 2
8. Liechtenstein 0 1 0 1
8. Slowakei 0 1 0 1
10. Schweden 0 0 2 2
11. Deutschland 0 0 1 1
11. Italien 0 0 1 1


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