• vom 11.01.2018, 16:59 Uhr

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  • In Wengen starten die 88. Lauberhornrennen mit der Kombination - deren Tage sind gezählt.

In der Bergkulisse von Wengen ist der Fahrer (im Bild Max Franz) nicht immer der Hauptdarsteller.

In der Bergkulisse von Wengen ist der Fahrer (im Bild Max Franz) nicht immer der Hauptdarsteller.© ap/Facciotti In der Bergkulisse von Wengen ist der Fahrer (im Bild Max Franz) nicht immer der Hauptdarsteller.© ap/Facciotti

Wengen. Ohne den im Gesamtweltcup führenden Marcel Hirscher und Pokalverteidiger Alexis Pinturault geht am Freitag in Wengen die alpine Kombination mit Abfahrt und Slalom in Szene (10.30/14 Uhr/ORFeins). Die Topstars gönnen sich im dichten Weltcupkalender vor Olympia also eine kurze Pause und schauen bei der Kugelvergabe aus der Ferne zu. Zumal über die Zukunft der sukzessive abgewerteten Kombination ohnehin längst entschieden worden ist - sie ist ein Auslaufmodell.

Mit nur zwei Bewerben wird eine Kristallkugel vergeben, in Bormio gewann Pinturault vor Peter Fill und Kjetil Jansrud - Matthias Mayer wurde Sechster, Romed Baumann Zehnter. Beide stehen auch für Wengen parat, wie auch Sensations-Weltmeister Luca Aerni aus der Schweiz und der Vorarlberger Frederic Berthold. Vor einem Jahr komplettierte dieser bei immer schwierigeren Bedingungen als Dritter das Überraschungspodium mit Heim-Sieger Niels Hintermann vor dem Franzosen Maxence Muzaton.


"Ich habe letzte Woche zwei Tage Slalom trainiert. Hier runter bin ich im Slalom eigentlich immer ganz gut zurechtgekommen. Ich freue mich auf jeden Fall", sagte Mayer, der 2014 Achter der Wengen-Kombination war und 2015 sogar Vierter. Umgekehrt sind die Vorzeichen bei Techniker Marco Schwarz, der am Mittwoch im ersten Wengen-Training auch das erste Mal seit der WM im Februar in St. Moritz wieder die langen Latten angeschnallt hatte.

"Wenn es wieder mal ein bisserl pfeift im Helm, ist das schon lässig", sagte der Kärntner, der auch das erste Mal auf der Lauberhornstrecke unterwegs war. "Dass ich Kombi fahre, ist schon auch mein Wunsch. Ich bin früher gern Abfahrt und Super G gefahren. Es hat bis jetzt nie richtig reingepasst. Heuer haben wir gesagt, wenn es mit dem Slalom halbwegs passt, dann nehmen wir die Kombi mit, dann probieren wir es", erklärte Schwarz.

Viel Videostudium ist aber vonnöten, auf seine Teamkollegen könne er sich ebenfalls verlassen, die geben auch während der Besichtigung Tipps. "Ich habe sehr viel Respekt, deshalb ist auch so ein Zeitrückstand da. Aber ich kann mich sicher steigern, weil ich weiß, dass nicht viel dahinter ist", meinte er furchtlos.

Allzu sehr braucht er sich mit der Disziplin aber gar nicht mehr anzufreunden, denn die Pläne des internationalen Skiverbands (FIS) sehen vor, dass sie ab 2020 aus den Rennkalendern verschwindet. Davor werden bei Olympia 2018 in Pyeongchang und den Weltmeisterschaften 2019 in Aare aber nochmals Medaillen vergeben. In Wengen wird sie 2019 zum letzten Mal ausgetragen, danach kann sich FIS-Chef-Renndirektor Markus Waldner vorstellen, dass man stattdessen etwa eine Sprintabfahrt in zwei Durchgängen mit ins Programm nimmt.

"Man hat der Kombination zu wenig Stellenwert gegeben. Wie sie zur Zeit dasteht, ist es auch besser, dass man sie auslaufen lässt. Man hätte mehrere Veranstalter suchen müssen oder finden sollen. Aber wenn man nur zwei Kombinationen hat, dann ist es für mich auch ein Auslaufmodell. Die Wertigkeit ist zu gering", sagte Andreas Puelacher zur Causa. Der ÖSV-Herren-Rennsportleiter zeigte Verständnis für das Fehlen von Hirscher und Pinturault in Wengen. "Die Topstars müssen mit ihren Kräften haushalten." Für die Zukunft wünscht sich Puelacher, dass man sich die Verteilung der Disziplinen gut überlege und auch wie man mit den Parallelbewerben umgehe. "Damit man ein ausgewogenes Disziplinenfeld hat. Und dass auch die Abfahrer Chancen haben, den Gesamtweltcup zu gewinnen."

ÖSV-Abfahrer stark im Training
Für die klassische Lauberhornabfahrt am Samstag zeigten Österreichs Speedpiloten auch im Abschlusstraining am Donnerstag ansprechende Leistungen. Hinter dem Tagesbesten, dem Franzosen Adrien Theaux, landeten Matthias Mayer (+0,36) und Max Franz (+0,66) auf den Rängen zwei und drei; Wengen-Spezialist Hannes Reichelt wurde Achter (+1,00).

"Es war ganz gut. Ein Trainingsfahrtl, wo ich ein paar Sachen probiert habe, die nicht so optimal waren. Ich weiß jetzt, dass ich das fürs Rennen besser machen muss", sagte Olympiasieger Mayer. Nicht ganz zufrieden war Reichelt, am Vortag noch Trainingsbester: "Die wichtigste Kurve oben habe ich nicht ganz sauber erwischt, da war ich weit draußen. Danach war es eine saubere Fahrt."

Programm 88. Lauberhornrennen:

Kombination Freitag, 10.30/14.00 Uhr

Abfahrt Samstag, 12.30 Uhr

Slalom Sonntag, 10.15/13.15 Uhr




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Ski alpin, Wengen

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Dokument erstellt am 2018-01-11 17:03:05



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