• vom 30.06.2016, 17:18 Uhr

Sport & Wirtschaft


Fußball-EM

Außenseiter in jeder Hinsicht




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Von Tamara Arthofer

  • Die Erfolge der Isländer lassen auch den kleinen Hersteller Erreà jubeln.

Der Erfolg der Isländer lässt auch einen eher unbekannten Ausrüster in die Hände klatschen. - © apa/afp

Der Erfolg der Isländer lässt auch einen eher unbekannten Ausrüster in die Hände klatschen. © apa/afp

Paris. Es war vielleicht ein bisschen kurzsichtig, dass der Sportartikelhersteller Erreà nur rund 20.000 Trikots der isländischen Nationalmannschaft in den Handel gebracht hat. Doch damit, dass diese nun Europa und damit die Herzen der nicht nur isländischen Fußball-Fans wie im Sturm erobert, hat ja wirklich niemand rechnen können. Plötzlich will jeder irgendjemands -Son oder -Dóttir sein, zumindest wenn es um die Bekleidung als Sympathiekundgebung für die Männer aus dem Norden geht. Für den Sportartikelhersteller aus einem Vorort Parmas, der die Isländer mit Trikots beliefert, bedeutet dies zweierlei: zum einen einen gehörigen Bekanntheitsschub, zum anderen ein Problem. Denn Erreà kommt derzeit mit der Produktion kaum nach, in Online-Stores und Sportgeschäften sind nur noch vereinzelt die Leibchen von Kolbeinn Sigthórsson und Co. zu ergattern.

Zwar könnte der unerwartete Höhenflug am Sonntag im Viertelfinale gegen Frankreich zu Ende sein, doch schon bis dahin wird man die Nachfrage kaum befriedigen können. Immerhin ist man im Unternehmen, das vom ehemaligen Fußballer Angelo Gandolfi und dessen Sohn Roberto geführt wird und über rund 600 Mitarbeiter verfügt, stolz auf die hausinterne Produktion.

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Man konnte es sich leisten: Erreá gilt in der Sportartikelbranche mit einem geschätzten Jahresumsatz von 60 Millionen Euro im Vergleich zu den Marktführern Nike mit 30,6 Milliarden Dollar und Adidas mit 14,5 Milliarden Dollar als ähnlicher Winzling wie Island im Fußball - dass man dessen Imagewerte wie authentisch, bodenständig und zielstrebig nun auch werbetechnisch für sich beanspruchen will, ist daher nachvollziehbar. Schließlich sind die großen Fußballturniere wie Welt- und Europameisterschaften stets auch ein Laufsteg für die Sportartikelhersteller, die sich ihr Engagement für die großen Nationalmannschaften einiges kosten lassen. Erst vor wenigen Tagen haben Adidas und der deutsche Fußballverband bekanntgegeben, ihre jahrezehntelange Zusammenarbeit vorzeitig bis 2022 zu verlängern. Der Vertrag soll dem Weltmeisterverband laut dem scheidenden Adidas-Chef Herbert Hainer künftig 50 Millionen Euro pro Jahr und damit das Doppelte vom Bisherigen einbringen.

Duell Nike vs. Adidas
Die Isländer geben’s da - noch - billiger: Laut Schätzungen von im "Manager Magazin" zitierten Marketingexperten zahlt Erreà einen mittleren sechsstelligen Betrag, um die Isländer, das einzige von ihm ausgerüstete Nationalteam, das es je zu einem großen Fußballturnier geschafft hat, in die blauen Leibchen mit den zweifärbigen Kragen und den weiß-roten Streifen hüllen zu dürfen.

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Dokument erstellt am 2016-06-30 17:23:07



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