Graz. Das Urteil im Prozess um Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld von Fußball-Bundesligist Sturm Graz hat sich Donnerstagnachmittag erneut verzögert: Kartnig-Verteidiger Michael Pacher hatte in seinem Schlussplädoyer aufgezeigt, dass nie überprüft wurde, ob die zugesagten Kfz- und Wohnungszuschüsse an die Spieler je bezahlt wurden. Da sich die Frage nicht sofort klären ließ, wird der Prozess nächste Woche fortgesetzt.
Anwalt Michael Pacher hatte mit seinem Plädoyer eine verbale Bombe gezündet, indem er anmerkte, dass weder Finanz noch sonst jemand je überprüft habe, ob die Spieler tatsächlich Schwarzgeld in Form von Wohnungs- und Autozuschüssen bekommen haben. Diese Beträge - auch wenn sie in Verträgen aufscheinen - können daher weder für das Finanzstrafverfahren noch für das Betrugsfaktum gewertet werden, meinte der Verteidiger.
Daraufhin unterbrach Richter Karl Buchgraber für eine Stunde die Verhandlung, doch der Sachverhalt ließ sich auf die Schnelle nicht aufklären. Daher verfügte der Richter, dass bis auf das letzte alle Plädoyers gehalten werden. Dann soll es nächste Woche noch einen Verhandlungstermin geben, wo der strittige Punkt geklärt werden soll. Dann wird das letzte Plädoyer gehalten werden und dann sollte einem Urteil endgültig nichts mehr im Weg stehen.