• Artikel vom 14.02.2012, 11:41 Uhr

Sport & Wirtschaft

Update: 14.02.2012, 12:38 Uhr
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Studie dokumentiert dramatische Handelseinbrüche durch WM-Spiele

Finanzmärkte im Bann des Fußballs


Von Stefan Meisterle
  • Volumen und Zahl der Börsengeschäfte während Spielen der eigenen Nationalmannschaften halbiert.

Spielt die Nationalmannschaft, steht der Handel (fast) still: Auch an den Börsen sind offenbar genug Fußballfans vertreten, wie eine neue Studie der EZB verdeutlicht.

Spielt die Nationalmannschaft, steht der Handel (fast) still: Auch an den Börsen sind offenbar genug Fußballfans vertreten, wie eine neue Studie der EZB verdeutlicht.APAweb/dpa/Michael Hanschke Spielt die Nationalmannschaft, steht der Handel (fast) still: Auch an den Börsen sind offenbar genug Fußballfans vertreten, wie eine neue Studie der EZB verdeutlicht.APAweb/dpa/Michael Hanschke

Frankfurt. Dass die wirtschaftliche Bedeutung von Fußball weit über das Begleichen von Transfersummen und das Lukrieren von Werbegeldern hinausgeht, ist bekannt. Nun hat eine Studie der Europäischen Zentralbank dokumentiert, dass Spiele bei Fußballweltmeisterschaften sogar großen Einfluss auf das Marktgeschehen an den Börsen haben. So wurde festgestellt, dass während der WM-Partien in Südafrika der Börsenhandel in den jeweils gerade spielenden Ländern um die Hälfte einbrach. Und sogar der Spielverlauf war demnach an den Märkten ablesbar: Fiel ein Tor, ging der Handel um weitere 5 Prozent zurück.

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Auf Basis der Marktbewegungen an 15 Börsen stellten die Autoren fest, dass die getätigten Geschäfte während der WM-Spiele in Südafrika 2010 in den jeweils beteiligten Ländern im Schnitt um 45 Prozent abnahmen, während das Volumen des Handels um 55 Prozent sank. Um weitere fünf Prozent reduzierte sich zudem die Zahl der Geschäfte, wenn eines der beiden Teams ein Tor schoss.

Für die Studienautoren blieb unterm Strich die Erkenntnis, dass es die primär die Ablenkung der Händler an den Börsen sein dürfte, die für diese Einbrüche verantwortlich ist: "Wir fassen zusammen, dass Aktienmärkte eher den Entwicklungen auf den Spielfeldern als jenen der Handelswelt folgten", ist in der Studie zu lesen. Angesichts dieser Ergebnisse bleibt Europas Börsenplätze nun immerhin noch bis Juni Zeit, sich gegen diese Entwicklung zu wappnen: Dann findet nämlich die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine statt. Und dass diese die Händler ebenso sehr in ihren Bann zu ziehen vermag wie die vergangene Fußball-WM, ist anzunehmen.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-14 12:00:01
Letzte Änderung am 2012-02-14 12:38:12


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