• vom 16.03.2012, 18:01 Uhr

Sport & Wirtschaft

Update: 16.03.2012, 18:53 Uhr
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Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer im Interview

"Für die Marke Atomic ist ein Sportler wie Marcel Hirscher wie ein Wunschkonzert"


Von Reinhard Göweil

  • Skifirma plant auch Einstieg in Outdoor-Kleidung.

Wien. Wolfgang Mayrhofer wohnt nicht weit weg von der bekannten Skifabrik im Pongau. Atomic gehört zwar jetzt zum finnischen Amer-Konzern, doch beim Thema Ski ist alles fest in Salzburger Hand. Selbst Siegläufer Marcel Hirscher stammt aus der Gegend und hat seinen Vertrag erst kürzlich bis 2016 verlängert. Vor der Entscheidung über den Gesamt-Weltcup hat die "Wiener Zeitung" Wolfgang Mayrhofer interviewt.

"Wiener Zeitung": Was bedeutet ein Sportler wie Marcel Hirscher für eine Ski-Marke? Verkaufen Sie dank ihm mehr Skier, Schuhe, Bindungen, Helme?

Wenn Marcel Hirscher gewinnt, profitieren davon auch Wolfgang Mayrhofer (Bild) und der Atomic-Konzern, zumindest indirekt.

Wenn Marcel Hirscher gewinnt, profitieren davon auch Wolfgang Mayrhofer (Bild) und der Atomic-Konzern, zumindest indirekt.© APA/BARBARA GINDL Wenn Marcel Hirscher gewinnt, profitieren davon auch Wolfgang Mayrhofer (Bild) und der Atomic-Konzern, zumindest indirekt.© APA/BARBARA GINDL

Wolfgang Mayrhofer: Eine direkte Auswirkung gibt es nicht. Aber die Marke kriegt natürlich Kraft. Er spricht ein breites Publikum an, im gesamten Alpenraum, vor allem junge Leute. Er ist ein frecher, witziger und sympathischer Bursche. Für uns ist das wie ein Wunschkonzert.

Sollte er den Gesamt-Weltcup gewinnen: Ist das teuer? Er hat ja erst jüngst den Vertrag bei Atomic bis 2016 verlängert.

(Mayrhofer lächelt) Die Verträge bestehen aus einem Fixum und aus Prämien. Da kann schon was zusammenkommen. Aber Marcel Hirscher ist für uns auch wertvoll, weil er sich - gemeinsam mit seinem Vater - viel mit dem Material beschäftigt. Das ist auch gut für die Produktentwicklung. Daher sind wir froh, dass wir den Vertrag mit ihm verlängern konnten.

Sie sind ja auch der Branchensprecher für die Ski-Industrie. Wie geht es denn der Branche nach dieser Saison?

Im November, Anfang Dezember, schaute es noch düster aus, weil es keinen Schnee gab. Die Situation hat sich mittlerweile gebessert, die Branche wird insgesamt mit einem leichten Minus von drei bis vier Prozent davonkommen. Aber der Preisdruck ist stark.

Und bei Atomic selbst?

Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Plus von vier Prozent erwirtschaftet. Durch die gute Saison haben sich bei den Händlern die Lager geleert, und wir erwarten jetzt eine gute Order-Lage. Bei Alpinskiern ist Atomic nach wie vor mit einem Weltmarktanteil von 18 bis 19 Prozent die Nummer eins. Bei den Schuhen sind wir Nummer drei und bei Langlaufskiern Nummer zwei.

Bei den Alpin-Skiern gibt es die hinten und vorne gebogenen Rocker. Angeblich will Atomic die gesamte Produktion auf diese Technologie umstellen, stimmt das?

Ja, das stimmt. Aber man darf nicht vergessen, dass es da alle möglichen Varianten gibt. Von extrem gebogenen Skiern bis zu jenen, die nur ein paar Millimeter Krümmung aufweisen. Der Vorteil für die Skifahrer ist, dass diese Skier leichte Fahrfehler ausgleichen und gut drehen.

Tourengehen ist in Mode gekommen. Wie macht sich das bemerkbar?

Bei Tourenskiern haben wir Zuwächse zwischen 15 und 17 Prozent. Wir haben eine ganz neue Tourenbindung und eigene Schuhe auf den Markt gebracht. Auch Free-Skiing geht gut.

Russland gilt als stark wachsender Ski-Markt. Stimmt das?

Russland zieht an. Dort verbreitert sich die Mittelschicht, die Russen sind Schnee-affin, die Olympischen Spiele in Sotschi sind eine Lokomotive. In Russland entstehen viele neue Skigebiete. Auch wir haben eine Firma in Moskau. Das ist jetzt schon der größte Markt für Langlauf-Skier.

Andere Ski-Marken haben auch eine Schiene bei Sport- und Freizeit-Textilien. Ist das für Atomic ebenfalls ein Thema?

Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Aufbau eines solchen Bereiches unter der Marke Atomic. Im Mutterkonzern Amer haben wir schon die Outdoor-Marke Arc’teryx. Outdoor-Kleidung von Atomic wird es ab übernächster Saison geben.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-03-16 18:14:36
Letzte Änderung am 2012-03-16 18:53:02


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