• vom 23.04.2012, 17:18 Uhr

Sport & Wirtschaft

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"Die Wettmafia verfeinert ihre Instrumente"



  • Im Vorjahr wurden 308 Fälle von gravierendem Sportbetrug gemeldet.

Fouls im Wettgeschäft sind beim Fußball besonders häufig.

Fouls im Wettgeschäft sind beim Fußball besonders häufig. Fouls im Wettgeschäft sind beim Fußball besonders häufig.

Hochgurgl. Der weltweite Umsatz mit Sportwettenbetrug beträgt bereits 140 Milliarden Euro. Insgesamt 308 Fälle von gravierendem Sportbetrug wurden 2011 durch internationale Monitoring-Systeme gemeldet. Friedrich Stickler, Präsident der Europäischen Lotterien und Vorstandsmitglied der Österreichischen Lotterien, sieht den Sport in großer Gefahr. "Die Wettmafia verfeinert ihre Instrumente. Es wird immer mehr und immer professioneller betrogen", sagte Stickler bei einer Klausur des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) im Tiroler Hochgurgl.

"Matchfixing" sei eine "globale Herausforderung im Sport" geworden, und der Sport werde zunehmend zum Spielball des organisierten Wettbetrugs. Besonders betroffen sei der Fußball mit 71 Prozent der gemeldeten Betrugsfälle. In 50 der rund 200 Fifa-Mitgliedsländer liefen Verfahren wegen Sportwettenbetrug, so der ehemalige Präsident des Österreichischen Fußballbundes. Es gelinge der Wettmafia immer wieder, Erstliga-Matches und sogar Spiele von Nationalmannschaften zu manipulieren. Kriminelle Organisationen würden inzwischen höchst professionell wie bei einer Rasterfahndung weltweit nach potenziell manipulationsbereiten Sportlern und Schiedsrichtern suchen. Fifa und Uefa kooperierten deshalb eng mit Interpol.

Warum die internationale Wettmafia so aktiv ist, liegt an den hohen Summen, die mit Wetten bewegt werden. 600 Milliarden Dollar wurden zuletzt im Wettgeschäft umgesetzt, 130 Milliarden Dollar mit Online-Wetten. Die hohen Ausschüttungen bei Sportwetten verführten zu Geldwäsche, erklärte Stickler.

Im Fußball habe man das Problem inzwischen erkannt, in anderen Sportarten gelte es aber noch entsprechendes Bewusstsein zu schaffen. Die Integrität des Sports und damit das Interesse der Zuschauer stünden auf dem Spiel, so Stickler. Es gebe zwar eine ganze Reihe von Monitoring-Systemen. Es brauche aber "strenge rechtliche Rahmenbedingungen". Darüber hinaus forderte er die Gründung einer "Sport Integrity Agency" nach dem Vorbild der für Doping-Vergehen zuständigen Wada (World Anti-Doping Agency).




Schlagwörter

Sportwetten, Betrug, Wettbetrug

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Dokument erstellt am 2012-04-23 17:23:04


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