London. Die Formel 1 tritt bei ihrem milliardenschweren Börsengang in Singapur auf die Bremse. Unternehmenschef Bernie Ecclestone verschob das Debüt am Freitag und begründete den Schritt mit dem schwachen Marktumfeld. Der Rennsportveranstalter will nun warten, bis die Zeiten für den Gang aufs Parkett günstiger sind. Ecclestone betonte, das 3-Milliarden-Dollar-Geschäft (2,4 Milliarden Euro) sei nicht abgesagt: "Wir haben gesagt, es findet in diesem Jahr statt, also wird es in diesem Jahr stattfinden." Die Formel 1 bereite alles für die Notierung vor und "wann immer wir gehen wollen, können wir gehen", sagte der 81-Jährige.
Die Absagen von Börsengängen haben sich zuletzt weltweit gehäuft. Die Schuldenkrise in Europa, Sorgen wegen eines abgeschwächten Wachstum in China und der verpatzte Facebook-Start machen die Aspiranten vorsichtig. Allein in dieser Woche haben fünf Unternehmen ihre Emissionen in Asien verschoben. Die äußeren Bedingungen hätten eine "Vertrauenskrise" geschaffen, sagte Analyst Scott Sweet von IPO Boutique. Zugleich gab er sich zuversichtlich, dass die Konzerne an ihren Plänen festhielten und in "Lauerstellung" blieben.
Experten halten das von Ecclestone genannte Zeitfenster für realistisch. Sollte China seine Geldpolitik lockern und Europa eine Lösung für die Schuldenkrise finden, sei gut möglich, dass die Sportserie, die weltweit von mehr als einer halben Milliarde Fernseh-Zuschauer verfolgt wird, in diesem Jahr an den Aktienmarkt geht, sagten sie. Ursprünglich wollte die Formel-1-Führung in der kommenden Woche den Börsenprospekt einreichen.