• vom 16.12.2014, 15:51 Uhr

Sport & Wirtschaft

Update: 16.12.2014, 21:59 Uhr

Olympische Spiele 2018

Südkorea will nicht teilen




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Von WZ-Korrespondentin Sonja Blaschke

  • Die Weigerung des Olympia-2018-Ausrichters, mit Japan zu kooperieren, könnte noch Folgen haben.

Das Yongpyong-Sportresort soll Südkoreas neues Wintersport-Dorado werden. Doch auf die Olympia- Veranstalter dürften noch einige Probleme zukommen.

Das Yongpyong-Sportresort soll Südkoreas neues Wintersport-Dorado werden. Doch auf die Olympia- Veranstalter dürften noch einige Probleme zukommen.© Sonja Blaschke Das Yongpyong-Sportresort soll Südkoreas neues Wintersport-Dorado werden. Doch auf die Olympia- Veranstalter dürften noch einige Probleme zukommen.© Sonja Blaschke

Pyeongchang/Tokio. Wer wissen will, welchen Ausblick die Skispringer haben, die bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang 2018 antreten werden, sollte besser schwindelfrei sein. Der Weg vom Aufzug bis zur Sprungschanze des Alpensia-Stadions führt über ein weitmaschiges Metallgitter mehrere zehn Meter über dem Boden und ohne weitere Sicherung darunter. Doch der Blick auf den Zuschauerraum mit 11.000 Plätzen und das beliebte Yongpyong-Resort lohnt sich. Zugleich zeigt er, wie neu Wintersport für Südkorea noch ist. Denn die großen Anlagen im Blickfeld, wie ein Holiday-Inn-Hotel, Komplexe mit Ferienwohnungen, ein Erlebnisbad sowie die Bepflanzungen der Umgebung - alles sieht noch ein wenig künstlich aus. Erst seit etwa zehn Jahren habe der Wintersport in Südkorea Fuß gefasst, sagt ein Mitarbeiter des Vorbereitungskomitees der Olympischen Spiele. Sein Büro ist inmitten des 2007 gebauten Holiday-Inn-Resorts mit 700 Betten. Aber man versuche vermehrt, schon Kinder an den Wintersport heranzuführen. Im Sommer ziehen Golfplätze Touristen an.

Bei der Besichtigung der Skisprunganlage im Juni schienen die Vorbereitungen wie geplant zu laufen, jedenfalls auf einen schnellen ersten Blick. Doch in jüngerer Vergangenheit mehrten sich Zeitungsberichte über Verzögerungen und finanzielle Schwierigkeiten. Vertreter des Vorbereitungskomitees wiesen das noch im Sommer gegenüber der "Wiener Zeitung" zurück. Es gebe "keine größeren Probleme".


Wenige Monate später begannen jedoch Gerüchte zu kursieren, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) Südkorea vorschlagen wollte, die Spiele, die in der Stadt Pyeongchang in der Provinz Gangwon, 200 Kilometer von der Hauptstadt Seoul stattfinden, mit Japan zu teilen. Schließlich habe das Nachbarland 1998 in Nagano Olympische Winterspiele abgehalten. Die Anlagen, zum Beispiel für Wettbewerbe
im Rennrodeln und Bobschlitten, bestehen bereits, sodass Kosten gespart werden könnten. Neue Reformen, die erst vor wenigen Tagen abgesegnet wurden, ermöglichen künftig den Gastgeberstädten, einen Teil der Spiele
mit einer anderen Stadt, einer anderen Region oder gar einem
anderen Land zu teilen.

Das südkoreanische Vorbereitungskomitee wies die Idee jedoch vor wenigen Tagen zurück: "Alles wird laufen wie geplant", sagte Lee Ji-hye, die das internationale Medienteam des Komitees leitet. Die offizielle Begründung: Für solche Reformen sei es zu spät, denn mit dem Bau der Stadien und wichtiger Einrichtungen sei bereits begonnen worden. Sieben seien schon im Juni fertiggestellt worden, sagten Komitee-Vertreter damals. Das achte soll im Oktober 2016 fertig sein, rechtzeitig für Testveranstaltungen ab Februar 2016. Insgesamt sind 15 Veranstaltungsorte geplant sowie ein sie verbindendes neues Straßennetz.

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Dokument erstellt am 2014-12-16 15:56:08
Letzte nderung am 2014-12-16 21:59:04



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