• vom 12.10.2017, 17:19 Uhr

Sport & Wirtschaft


Wintersport

Es wedeln die Geldscheine




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  • Liftpreise für die Saison 2017/18 ziehen um bis zu fünf Prozent an, nur die Schweiz gibt es billiger.



Wien/Salzburg. (rel) Wer beim Anschauen jenes Instagram-Videos vom Mittwoch, das den sechsfachen Gesamtweltcup-Sieger Marcel Hirscher munter beim Wedeln am Kitzsteinhorn zeigt, Lust auf Schnee bekommen hat, der sollte sich das noch einmal überlegen. Nicht weil man sich dabei wie zuletzt Hirscher am Knöchel verletzen könnte, dieses Risiko besteht schließlich immer. Auch am Mangel an Schnee - Kitzbühel lädt bereits diesen Samstag zum Saison-Opening - kann es nicht liegen. Wenn dann schon am Geld.

Dass Skifahren teuer ist, ist ja hinlänglich bekannt. Dass aber die Preise für die Lifte 2017/18 in den großen Skigebieten der Alpen und des Mittelgebirges noch einmal derart kräftig anziehen würden, ist doch für viele eine Überraschung. Denn wie das Internet-Portal snowplaza.de erhoben hat, wird ein Sechs-Tage-Skipass heuer im Schnitt um mindestens zwei Prozent mehr als im Vorjahr kosten, in Österreich steigen die Liftpreise mit durchschnittlich vier Prozent sogar doppelt so stark an - und das selbst in ohnehin hochpreisigen Destinationen.

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So sind in Sölden für sechs Tage sportliches Schnee-Vergnügen heuer in der Hauptsaison 285 Euro hinzulegen. Das entspricht einem Plus von 5,9 Prozent. Auch am Arlberg verteuert sich das Skifahren - um fünf Prozent auf 275 Euro. Im Montafon verlangen die Liftbetreiber sogar um 6,1 Prozent mehr (252 Euro). Spürbar teurer wird der Skispaß auch in Obertauern (plus 4,9 Prozent auf 235 Euro), Kitzbühel/Kirchberg (plus 3,9 Prozent auf 266 Euro) und im Stubaital (3,3 Prozent auf 251 Euro). Um drei Prozent mehr zahlen müssen heuer auch Gäste der Skiregionen Ski-amadé (257 Euro), Saalbach-Hinterglemm und Leogang-Fieberbrunn (255 Euro), Zillertal (249 Euro) und Ischgl/Samnaun (247 Euro).

Neun Prozent plus in Bayern
Doch auch in Deutschland werden die Preise in den großen Skigebieten, die den Wintersportbegeisterten mehr als 100 Pistenkilometer zur Verfügung stellen, überdurchschnittlich kräftig angehoben. Die Bergbahnen in Oberstdorf-Kleinwalsertal verteuern ihre Liftkarten um 5,2 Prozent auf 231,50 Euro. Zwei an sich günstige Regionen in Oberbayern (Brauneck-Spitzingsee-Tegernsee-Sudelfeld) und die Wintersport Arena Sauerland (Winterberg) fallen heuer mit den in vorliegender Erhebung gewaltigsten Teuerungen von 7,1 Prozent auf 180 Euro beziehungsweise 8,7 Prozent auf 125 Euro auf. Dafür schlägt sich in den Südtiroler Dolomiten der Zuwachs bei den Liftpreisen mit einem Plus von 2,4 Prozent (294 Euro) noch vergleichsweise niedrig zu Buche. Die Argumente für die Teuerung sind hier wie dort dieselben: hohe Personal- und Rohstoffkosten, klimatisch bedingte Investitionen in die Technik (Beschneiung) sowie neue Sicherheits- und Betriebsanforderungen.

Tickets zum Flexi-Tarif
Dass es auch anders geht, beweist wiederum das Beispiel Schweiz. Hier verzichten viele Bergbahnen auf eine Anhebung der Liftkartenpreise, ja in einigen Fällen kommt es (freilich auf hohem Niveau) sogar zu relativ starken Vergünstigungen. Der Hintergrund ist allerdings ein makrowirtschaftlicher: Der Schweizer Franken hat gegenüber dem Euro an Wert verloren. Um 4,9 Prozent billiger wird es folglich im Skigebiet Matterhorn-Zermatt (330 Euro); im Engadin-St. Moritz sind 5 Prozent weniger für den Sechs-Tage-Skipass zu bezahlen (326 Euro), in Davos-Klosters sind es um 5,1 Prozent (297 Euro) weniger, in Arosa-Lenzerheide 3 Prozent (295 Euro).

Ein Beispiel, das noch Schule machen könnte, liefert das Skigebiet Andermatt-Sedrun in den Uri und Graubünden. Die Betreiber setzen hier auf flexible Preise für Tageskarten, wobei der bisher fixe Tageskarten-Tarif je nach Saison, Witterung und Andrang variiert. Durch die Preisänderung wird mit zehn Prozent mehr Gästen im besagten Skigebiet gerechnet, da es deutlich mehr Tagesbesucher anziehen soll.

Obwohl: Im Vergleich zu den Rocky Mountains in den USA ist Skifahren in den Alpen aber immer noch günstig - im Skigebiet Aspen in Colorado kostete zuletzt der Sechs-Tage-Pass den Angaben zufolge 894 Dollar (rund 756 Euro). Ein Hirscher könnte sich das noch locker leisten. Aber damit ist er wohl die Ausnahme.




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