• vom 01.07.2011, 14:57 Uhr

Sportpolitik

Update: 01.07.2011, 15:20 Uhr

München

Olympia 2018: Die drei Kandidaten im Kurzporträt




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    Die Daten der Olympia-Bewerber Annecy, München und Pyeongchang beruhen auf dem Untersuchungsbericht des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Alle drei Kandidaten wollen die Winterspiele 2018 zwischen dem 9. und 25. Februar 2018 ausrichten.

    ANNECY ("Schnee, Eis und Du")

    Einwohnerzahl: 63 Millionen in Frankreich, 6,2 Millionen in der Region Rhone-Alpes, 150.000 in Annecy

    Etats: 1,85 Milliarden Dollar (1,297 Mrd. Euro) für Organisation, davon 478 Millionen Dollar (335 Mio. Euro) IOC-Garantie. 2,5 Milliarden (1,75 Mrd. Euro) für Investitionen

    Konzept: Drei Zonen in Annecy, Chamonix und La Chusa/Le Grand Bornand für Schnee- und Eis-Bewerbe, dazu La Plagne (Bob- und Rodelbahn)

    Wettkampfstätten: Sechs zu verbessernde, eine neue auf jeden Fall, fünf neue und eine permanente bei Wahlsieg

    Olympische Dörfer: Vier (in Annecy, Chamonix, St. Jean de Sixt und La Plagne). 80 Prozent der Sportler erreichen Wettkampfstätten innerhalb von zehn Minuten.

    Transport: Genf (Schweiz) als zentraler Ausgangspunkt, von Italien durch den Mont-Blanc-Tunnel. Nur Annecy (40 km) und Chamonix (100 km) von Genf aus mit Bahn und Straße erreichbar, die übrigen Orte über Bergstraßen. La Plagne 140 km entfernt von Annecy. Verkehrsinvestitionen von 865 Millionen Dollar (607 Mio. Euro) geplant

    Eintrittskarten: Kalkulationen mit 1,6 Millionen verkaufter Tickets (85 Prozent), Preis Eröffnung 129 (90,5 Euro) bis 1.170 Dollar (820 Euro), "normale" Bewerbe 26 (18,2 Euro) bis 194 Dollar (136,0 Euro), "Prime"-Bewerbe 64 (44,9 Euro) bis 1.105 Dollar (775 Euro)

    Zustimmung: 51 Prozent in Annecy, 63 Prozent in Region Rhone-Alpes, 62 Prozent national

    Bewertung: Keine Kompaktheit, dafür Streukonzept über eine ganze Reihe von Orten

    Besondere Stärke: Winterspiele im Hochgebirge im Schatten des Mont Blanc. Große Erfahrung im Veranstalten von Großereignissen

    Schwächen: Das Transportsystem mit schwieriger Erreichbarkeit der hoch gelegenen Wettkampfstätten, geringe Zustimmungsrate, große Vorbereitungsprobleme, bereits 1968 (Grenoble) und 1992 (Albertville) Winterspiele in Frankreich

    MÜNCHEN ("Fest der Freundschaft")

    Einwohnerzahl: 82 Millionen in Deutschland, 12,6 Millionen in Bayern, 1,4 Millionen in München

    Etats: 1,52 Milliarden Dollar (1,066 Mrd. Euro) für Organisation, davon 541 Millionen Dollar (379 Mio. Euro) IOC-Garantie. 1,86 Milliarden Dollar (1,304 Mrd. Euro) für Investitionen

    Konzept: Eisbewerbe in München, Schneebewerbe in Garmisch-Partenkirchen, Bob- und Rodelbahn am Königssee

    Wettkampfstätten: Sieben bestehende, zwei neue bei Wahlsieg, vier temporäre bei Wahlsieg

    Olympische Dörfer: Drei (in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee). 80 Prozent der Sportler erreichen Wettkampfstätten in weniger als zehn Minuten, 20 Prozent in weniger als 30 Minuten

    Transport: Weitgehend bestehendes System mit Bahn und Straßen bei Flughafennähe zur Stadt, Verkehrsinvestitionen 741 Millionen Dollar (520 Mio. Euro)

    Eintrittskarten: Kalkulation mit 1,7 Millionen verkaufter Tickets (89 Prozent), Preise Eröffnung 146 (102,4 Euro) bis 925 Dollar (649 Euro), "normale" Bewerbe 21 (14,7 Euro) bis 160 Dollar (112,2 Euro), "Prime"-Bewerbe 46 (32,3 Euro) bis 593 Dollar (416 Euro)

    Zustimmung: 60 Prozent in München, 53 Prozent in Bayern, 56 Prozent national

    Bewertung: Kompaktes Konzept mit München, Garmisch-Partenkirchen und Königssee unter weitgehender Nutzung bestehender Wettkampfstätten

    Besondere Stärken: Große Erfahrung im Veranstalten von Großereignissen, Nutzung der olympischen Infrastruktur von 1972, ökologische Nachhaltigkeit, großer Sponsorenmarkt

    Schwäche: Geringe Zustimmungsrate, die jedoch im vergangenen halben Jahr gewachsen ist

    PYEONGCHANG ("Neue Horizonte")

    Einwohnerzahl: 51 Millionen in Südkorea, 1,5 in Provinz Gangwon, 45.000 in Pyeongchang und 230.000 in Partnerstadt Gangneung

    Etats: 1,53 Milliarden Dollar (1,073 Mrd. Euro) für Organisation, davon 513 IOC-Garantie. 6,3 Milliarden Dollar (4,42 Mrd. Euro) für Infrastruktur

    Konzept: Alpine sowie Bob- und Rodelbewerbe in Pyeongchang, Eisbewerbe in Gangneung bei 20 Minuten Reisezeit zwischen den beiden Städten

    Wettkampfstätten: Fünf bestehende, zwei zu verbessernde, zwei neue auf jeden Fall, drei neue und eine temporäre bei Wahlsieg

    Olympische Dörfer: Zwei (in Pyeongchang und Gangneung, 80 Prozent der Sportler erreichen Wettkampfstätten in weniger als 10 Minuten, 20 Prozent innerhalb von 30 Minuten

    Transport: Stark auszubauendes System für Straßen und einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgehend von Seoul (Flughafen) mit hohen Investitionen für Bahn (3,4 Milliarden Dollar/2,38 Mrd. Euro) und Straßen (697 Millionen Dollar/489 Mio. Euro). Entfernung Seoul-Pyeongchang 240 km

    Eintrittskarten: Kalkulation mit 1,6 Millionen verkaufter Tickets (81 Prozent), Preise Eröffnung 300 (210 Euro) bis 1.000 Dollar (701 Euro), "normale" Bewerbe 30 (21,0 Euro) bis 150 Dollar (105,2 Euro), "Prime"-Wettbewerbe 100 (70,1 Euro) bis 300 Dollar (210 Euro)

    Zustimmung: 92 Prozent in Pyeongchang, 87 in Provinz Gangwon, 87 Prozent national

    Bewertung: Sehr kompaktes Konzept

    Besondere Stärken: Schaffung eines Vermächtnisses für den Wintersport in Südkorea und Asien bei höchsten Zustimmungsraten. Bei zwei vorangegangenen erfolglosen Bewerbungen bereits hohe Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur, große Sponsoren-Unterstützung

    Schwächen: Sicherheitsproblematik durch Pyeongchangs Nähe zur Kriegsgrenze zum verfeindeten Nordkorea. Umweltproblematik durch das geplantes Fällen von 94 Hektar Wald





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2011-07-01 15:02:31
    Letzte nderung am 2011-07-01 15:20:55



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