• Artikel vom 03.02.2012, 15:34 Uhr

Sportpolitik

Update: 03.02.2012, 16:44 Uhr
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Gabun will sich mit der Ausrichtung der Afrikameisterschaft als Führungsmacht Zentralafrikas etablieren

Inszenierung und Realität


Von Kurt Wachter aus Gabun
  • Die Ungleichheit in Gabun zeigt sich auch beim glitzernden Fußballturnier.

Libreville.

"Agir ensemble" - "gemeinsam handeln" ist auf den Wahlplakaten von Präsident Ali Bongo von 2009 zu lesen. Die Plakate sind noch immer zu sehen, die Ungleichheit ist nicht geringer geworden.

"Agir ensemble" - "gemeinsam handeln" ist auf den Wahlplakaten von Präsident Ali Bongo von 2009 zu lesen. Die Plakate sind noch immer zu sehen, die Ungleichheit ist nicht geringer geworden. "Agir ensemble" - "gemeinsam handeln" ist auf den Wahlplakaten von Präsident Ali Bongo von 2009 zu lesen. Die Plakate sind noch immer zu sehen, die Ungleichheit ist nicht geringer geworden.

Die Szene beim ersten Spiel von Gabun gegen den Turnierneuling aus Niger wirkt skurril. Zuerst stockt es noch mit dem Abspielen der Hymne der Gäste, doch dann erklingt die Nationalhymne von Gabun, 40.000 Fans springen auf und strecken voller Inbrunst ihre rechte Hand in den tropischen Nachmittagshimmel. Viele wippen mit dem Arm im Takt. Auf der Brust der Spieler steht Gabon d’abord - Gabun zuerst! In Österreich wäre wohl eine Anzeige wegen Wiederbetätigung fällig, doch hier in Zentralafrika werden nationale Symbole anders gedeutet.

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Gabun, das mit dem winzigen und ebenso ölreichen Nachbarland Äquatorialguinea den Coupe d’Afrique des Nations, kurz CAN, organisiert, die Fußballafrikameisterschaft, geht nach 30 Minuten in Führung. Hätte das Stadion ein Dach, der frenetische Jubel würde es vermutlich ein paar Zentimeter anheben. Die La-Ola-Welle geht durchs Rund, am Ende gewinnt Gabun sein erstes Gruppenspiel 2:0. Die hupenden Autocorso auf der palmengesäumten Croisette sind noch bis spätnachts zu hören. Zwei weitere Siege später steht Gabun im Viertelfinale, wo der Gastgeber am Sonntag auf Mali trifft.

Arbeiten bis zum Anpfiff

Die Fans aus Gabun begeistert der starke Auftritt ihrer Panther, die im Viertelfinale stehen.

Die Fans aus Gabun begeistert der starke Auftritt ihrer Panther, die im Viertelfinale stehen.© AFP Die Fans aus Gabun begeistert der starke Auftritt ihrer Panther, die im Viertelfinale stehen.© AFP

Auch abseits des Rasens macht Gabun bisher gute Figur. Am Flughafen in Libreville erhalte ich das Einreisevisum fast problemlos, die Ausstellung der Medienakkreditierung verläuft ebenso flott - keine Selbstverständlichkeit bei früheren Ausgaben der Afrikameisterschaft. Auch das neue Stadion im Norden der Hauptstadt ist noch rechtzeitig fertig geworden. Mehr oder weniger. Denn am Tag vor dem ersten Anpfiff wurden noch die Parkplätze geteert, Palmen eingesetzt und Sitze montiert. Gebaut wurde der Koloss aus Beton und Stahl von einer Firma aus Shanghai, er hört auf den Namen "Stadion der chinesisch-gabunischen Freundschaft".

Auch beim professionellen Branding lässt man sich nicht lumpen. Flughafen, Stadion-Zufahrtstraßen und das moderne Zentrum der 600.000-Einwohner-Stadt Libreville sind zugepflastert mit Transparenten, Flaggen und riesigen Plakatwänden. Gabun inszeniert seine Gastgeberrolle.

Fußball zur Imagepflege
Die Austragung der traditionsreichen Afrikameisterschaft, dem bedeutendsten pan-afrikanischen Event, hat viel mit Prestige und politischer Symbolik zu tun. Das Turnier des kontinentalen Verbandes CAF ist sogar etwas älter als die Europameisterschaft der Uefa, wobei der CAF in der Phase der Dekolonisierung nur unabhängige Staaten beitreten durften. Beim ersten Afrika-Cup 1957 in Khartum waren daher nur Gastgeber Sudan, Ghana, Ägypten und Südafrika dabei, und Südafrika musste gleich wieder die Koffer packen, da es sich geweigert hatte, ein ethnisch gemischtes Team zu nominieren.




Schlagwörter

Gabun, Afrikameisterschaft

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-03 15:41:10
Letzte Änderung am 2012-02-03 16:44:59


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