• vom 31.07.2012, 11:25 Uhr

Sportpolitik

Update: 31.07.2012, 17:40 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



3,3 Millionen Euro Schaden

Fünf Jahre Haft für Ex-ÖOC-General Jungwirth



  • Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der ehemalige ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der ehemalige ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Wien.Mit einer saftigen Strafe ist am Dienstag im Wiener Straflandesgericht das Beweisverfahren im Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Heinz Jungwirth, abgeschlossen worden. Jungwirth wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die mitangeklagte Manuela K., eine ehemalige Mitarbeiterin Jungwirths, wurde freigesprochen.

Der Schöffensenat ging bei Jungwirth von einem angerichteten Schaden von 3,3 Millionen Euro aus. Dieses Geld fehle dem ÖOC, "und wenn man sich den Lebenswandel von Doktor Jungwirth ansieht, kann man sich vorstellen, wo die Beträge gelandet sind", so Richter Georg Olschak in der Urteilsbegründung. Olschak bescheinigte Jungwirth eine "besonders freche" bzw. "infame" Vorgangsweise, zumal dieser von ÖOC-Konten sogar seine privaten Lieferanten bezahlt habe.

Das ÖOC, das sich als Privatbeteiligte dem Verfahren mit 1,5 Millionen Euro angeschlossen hatte, bekam diese Summe in voller Höhe zugesprochen. Sämtliche Entscheidungen des Schöffensenats sind nicht rechtskräftig. Jungwirth, der zu diesem Zeitpunkt einen sichtlich konsternierten, fast geknickten Eindruck hinterließ, erbat Bedenkzeit, ehe er mit seinem Verteidiger Herbert Eichenseder überstürzt das Weite suchte.

"Für den Regen und Mist" zuständig
Der angeklagte, einst wohl mächtigste Sportfunktionär des Landes ahnte bereits vor der Urteilsverkündung nichts Gutes, nachdem der Wirtschaftsprüfer Helmut Lercher ein für Jungwirth vernichtendes Gutachten präsentiert hatte. In seinem Schlusswort signalisierte der langjährige ÖOC-"General" Endzeitstimmung.

"(Ex-ÖOC-Präsident Leo, Anm.) Wallner war für die Sonnenseiten des Lebens zuständig, ich für den Regen und Mist. Jetzt muss ich dafür büßen", gab der 61-Jährige zu Protokoll. Es sei "halt eine fatale Geschichte, wenn Beteiligte und Vorgesetzte die Erinnerung verlässt", so Jungwirth.

Der Buchsachverständige Lercher hatte am letzten Verhandlungstag erklärt, insgesamt 3,6 Millionen Euro hätten Verrechnungskonten und ein Sparbuch des ÖOC "verlassen" und wären teilweise unmittelbar "in die Privatsphäre  Jungwirths geflossen". Allein vom Sparbuch habe Jungwirth 2,23 Millionen Euro bar behoben, wobei ein beachtlicher Teil davon - nämlich 874.000 Euro - praktisch zeitgleich auf Konten Jungwirths landeten.

ÖOC-Präsident Karl Stoss dankte in einer Stellungnahme "all jenen, die zur Aufklärung beigetragen haben" und versprach die 1,5 Millionen Euro einfzuordern und dafür zu sorgen, "dass das Geld in voller Höhe zurück in den heimischen Sport fließt".




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-31 11:29:30
Letzte Änderung am 2012-07-31 17:40:46


Beliebte Inhalte



Sonnyboy gegen Gentleman: Jürgen Klopp (l.) gilt als Trainer modernen Schlags, Jupp Heynckes als Betreuer alter Schule. ap/reuters
  • Getrennt durch 23 Jahre, geeint im Erfolg: Jürgen Klopp und Jupp Heynckes.
  • weiter

Alaba im Glück. - apa/Jäger
  • David Alaba zieht als erster Österreicher der Geschichte ins Finale der Besten ein.
  • weiter

Wien. Nur noch einen Sieg sind die Fivers vom ersten Double der Vereinshistorie entfernt. Nach dem knappen 29:28-Auswärtssieg in Hard am vergangenen...weiter

Anstrengende Tage kommen auf Sebastian Vettel und seine Kollegen in Monaco zu. - Foto: epa
  • Das Qualifikationstraining ist in Monte Carlo entscheidend.
  • weiter

  • Der Italiener führt vor den entscheidenden Etappen des Giro d’Italia.
  • weiter

Baumgartners Sprung war hoch angesetzt, aber kein Sport - zumindest nicht im steuerrechtlichen Sinn. - APAweb /  EPA / Red Bull Stratos
  • Lopatka dementiert Eingriff in Felix Baumgartners Steuerverfahren.
  • weiter

Austrias Meistermacher soll bei Werder Bremen Interesse ausgelöst haben, Peter Stöger dementiert. - APAweb/HERBERT NEUBAUER
  • Austrias Erfolgscoach dementiert, fühlt sich aber höchst geehrt.
  • weiter

Austria Wien kann in der CL-Qualifikation den Meister-Weg beschreiten und hat daher auf dem Papier leichtere Gegner, weil nur Meister mittlerer und kleinerer Ligen mögliche Konkurrenten sind. - APAweb/Pfarrhofer
  • Austria auf leichterem Meister-Weg, auf Salzburg warten große Kaliber.
  • weiter




Werbung




Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers. Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

"Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Werbung