Alpbach/Wien. Die tägliche Turnstunde bringt wohl nicht mehr Medaillen. Aber sie wäre ein Anfang - nicht nur für den Spitzensport in Österreich, sondern vor allem für den Breitensport und die Gesunheit (Stichwort Bewegungsmangel).
Nach dem medaillenlosen Abschneiden Österreichs bei den Olympischen Sommerspielen in London ist die Debatte nach einer täglichen Turnstunde in den Schulen wieder aufgeflammt. Nun will die österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) mit Unterstützung von 60 Fachverbänden, des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) und den drei Dachverbänden eine österreichweite Unterschriftenaktion für die Einführung der "täglichen Turnstunde" in Kindergärten und Schulen initiieren. Das war ein Ergebnis des BSO-Arbeitskreises im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach.
"Die tägliche Turnstunde in Kindergärten und Schulen ist ein zentraler Schlüssel für eine gesunde Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Das muss ein wesentliches Ziel von uns allen sein", so BSO-Präsident Peter Wittmann in einer Aussendung. Peter Kleinmann, der Präsident des österreichischen Volleyball-Verbandes sagte, dass man auch Botschafter aus allen Bereichen für die Aktionen benennen wird.
"Adipositas bereits im Kindesalter bekämpfen"
Den Gesundheitsaspekt hebt Julian Hadschieff, Obmann des Fachverbands der Gesundheitsbetriebe (WKÖ) hervor. Studien zufolge ist bereits nahezu jedes fünfte Kind in Österreich zu dick. "Die Volkskrankheit Adipositas muss bereits im Kindesalter bekämpft werden", so Hadschieff in einer Aussendung. Er fordert daher die verpflichtende Erhöhung der Anzahl der Turnstunden auf vier Stunden pro Woche für alle Schulstufen und Schultypen. (red/apa)