• vom 27.06.2017, 17:19 Uhr

Sportpolitik

Update: 28.06.2017, 11:09 Uhr

Fußball

Fifa legt Korruptionsbericht offen




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  • Der Weltfußballverband spricht von "illegalem Leak".

Im Dezember 2010 zog der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter das Kaninchen aus dem Hut - beziehungsweise den Zettel mit Katar als Ausrichter der WM 2022 aus dem Kuvert. Foto: Fabrice Coffrini/afp

Im Dezember 2010 zog der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter das Kaninchen aus dem Hut - beziehungsweise den Zettel mit Katar als Ausrichter der WM 2022 aus dem Kuvert. Foto: Fabrice Coffrini/afp

Zürich. Seit Jahren waren die Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Doppelvergabe 2018 und 2022 an Russland und Katar ständiger Begleiter des Weltfußballverbandes Fifa, Michael Garcia hat sie untersucht und seine Ergebnisse in einem 430 Seiten langen Report zusammengefasst - veröffentlicht wurde dieser bisher nie. Weil die Fifa sich dagegen gewehrt und auf 42 Seiten eine beschwichtigende Zusammenfassung gebracht hatte, war der frühere FBI-Mann Garcia entnervt als Chef der ermittelnden Kammer der Ethikkommission zurückgetreten - nun, zweieinhalb Jahre später, hat die Fifa am Dienstag den Untersuchungsbericht zu der skandalumwitterten Vergabe nun doch veröffentlicht. Man habe nach einem Beschluss der neuen Ethikkommission einen Link zum Garcia-Report auf die Verbandsinternetseite des Verbandes gestellt, hieß es. "Im Sinne der Transparenz begrüßt die Fifa die Neuigkeit, dass dieser Bericht nun endlich veröffentlicht wurde", teilte der Weltverband am Dienstag mit.

Die Fifa begründete den Schritt mit einem "illegalen Leak" an die deutsche "Bild"-Zeitung, die Details aus dem bisher geheimen Dokument zitiert hatte. Wie die Zeitung berichtete, soll in dem Dokument unter anderem festgehalten sein, dass drei stimmberechtigte Fifa-Exekutivmitglieder vor der Abstimmung auf Kosten des katarischen Verbandes in einem Privatflieger nach Rio de Janeiro geflogen waren. Zudem schreibt das Blatt von einer Zahlung von zwei Millionen Franken auf das Konto einer Tochter eines Funktionärs.


Zwar sind mittlerweile viele ehemalige Funktionäre gesperrt, viele werden auch von der Justiz der Korruption verdächtigt, wobei es allerdings hauptsächlich um Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit der Vergabe von Vermarktungsrechten geht. Für Russland und Katar, die bei der Wahl im Dezember 2010 den Zuschlag bekommen haben, blieben die Untersuchungen bisher allerdings ohne Konsequenzen. Der Druck auf Russland und Katar, das sich noch dazu in einer Krise mit einigen Golfstaaten befindet, dürfte damit jedoch steigen.

Der Garcia-Bericht im Detail - Teil 1, Teil 2 , Teil 3

Kommentar: Eine verpasste Chance für die Fifa




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-27 17:24:06
Letzte ─nderung am 2017-06-28 11:09:05



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