• vom 01.08.2017, 17:13 Uhr

Sportpolitik

Update: 01.08.2017, 17:27 Uhr

Olympia

Ein Zuckerl fürs Warten




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  • Los Angeles lässt Paris den Vortritt für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024 - und wird dafür mit 1,8 Milliarden Dollar belohnt.

Auch Los-Angeles-Bürgermeister Eric Garcetti (r.) und Bewerbungschef Casey Wasserman sehen sich als Sieger.

Auch Los-Angeles-Bürgermeister Eric Garcetti (r.) und Bewerbungschef Casey Wasserman sehen sich als Sieger.© Ringo H.W. Chiu/ap Auch Los-Angeles-Bürgermeister Eric Garcetti (r.) und Bewerbungschef Casey Wasserman sehen sich als Sieger.© Ringo H.W. Chiu/ap

Lausanne. (art) Am Ende gab es nur Gewinner, glaubt man zumindest den Vertretern aus Paris, aus Los Angeles und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): Paris wird die Sommerspiele 2024 ausrichten, Los Angeles jene 2028, so viel steht nach einer Einigung der beiden Kandidaten auf die Reihenfolge trotz noch ausstehender Ratifizierung durch die IOC-Vollversammlung am 13. September in der peruanischen Hauptstadt Lima de facto fest. Beide Städte hatten sich ursprünglich für 2024 beworben, nun lassen die US-Amerikaner den Franzosen den Vorrang.

Es ist ein Abkommen, das freilich nicht auf purem Altruismus beruht: Nachdem das IOC im Juli den Weg zu einer Doppelvergabe frei gemacht hatte, wurde über die Reihenfolge verhandelt - mit dem Ergebnis, dass den US-Amerikanern das Warten mit einem IOC-Zuschuss von 1,8 Milliarden Dollar für Sportförderprojekte versüßt wird. Paris hätte wohl auf weit mehr gepocht, da die USA aufgrund eines Uralt-Vertrages mit dem IOC ohnehin mehr von dessen Einnahmen bekommen, als an andere Länder ausgeschüttet wird. Die Zeit, die das IOC nun gewonnen hat, will es nützen, um den Vergabeprozess grundsätzlich zu überarbeiten, nachdem zuletzt viele Bewerber aufgrund der hohen Kosten sowie der geringen Begeisterung bei der Bevölkerung möglicher Ausrichterländer abgesprungen sind. Für 2024 hatten ursprünglich auch Hamburg, Rom, Budapest und Boston ihr Interesse bekundet. Für die amerikanische Stadt war schließlich Los Angeles eingesprungen.


Überschaubare Budgets
Obwohl es nun erst vier Jahre später so weit wäre, hätte die kalifornische Metropole - auch angesichts der finanziellen Zuwendungen - "den allerbesten Preis" gewonnen, meinte Bürgermeister Eric Garcetti nach der Verkündung der Entscheidung durch das IOC am Montagabend in Lausanne. Auch Präsident Donald Trump jubilierte in einer Aussendung des Weißen Hauses: Er sei überzeugt, dass die Sommerspiele in Los Angeles "ein Beispiel für die olympische Idee und auch den amerikanischen Geist sein werden", ließ er wissen. Immerhin kann Los Angeles nicht nur auf die Erfahrung der beiden Austragungen 1932 und 1984, der ersten privat finanzierten Spiele überhaupt, zurückblicken, sondern auch auf eine weitgehend intakte Infrastruktur. Das Budget sollte sich laut Garcetti daher im überschaubaren Rahmen von 5,3 Milliarden Dollar bewegen; um es zu finanzieren, setzt man neben den IOC-Zuwendungen auf Sponsoren und Kartenverkauf, sodass möglichst wenig Steuergeld verbraucht werden soll. "Los Angeles präsentiert eine exzellente Kandidatur, die die olympische Agenda 2020 umsetzt", lobte IOC-Chef Thomas Bach.

Auch Paris, dessen Bürgermeisterin Anne Hidalgo Garcetti dankte, will mit einem eher bescheidenen Budget von rund 6,2 Milliarden Euro auskommen, auch in Frankreichs Hauptstadt muss nicht allzu viel in Sportstätten, Verkehr und Hotellerie investiert werden. Dennoch wolle man den Mitgliedern des IOC "das ehrgeizigst mögliche Projekt für die Zukunft des Olympismus präsentieren", sagte Hidalgo.




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Dokument erstellt am 2017-08-01 17:18:08
Letzte nderung am 2017-08-01 17:27:05



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