Brüssel/Berlin.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen bei neuen Milliardenhilfen für Athen offenbar keine Zeit verlieren. Sie betonten, beide Länder seien fest entschlossen, den Euro zu verteidigen.
Beim Treffen der Euro-Finanzminister Sonntagabend und Montagvormittag in Luxemburg sowie beim anschließenden EU-Finanzministerrat könnten die Kernelemente eines zweiten Athen-Hilfsprogramm festgezurrt werden. Dies ist auch wichtig, um die Hindernisse für die anstehende fünfte Kredittranche für Griechenland aus dem ersten Rettungspaket aus dem Weg zu räumen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte vor der Auszahlung seines Teils an der 12 Mrd. Euro schweren Tranche für Athen Klarheit in dieser Sache verlangt.
Wie hoch das zweite Hilfspaket für Griechenland sein wird, steht noch nicht fest. Die Spekulationen reichten zuletzt bis zu einer Höhe von 120 Mrd. Euro. Das erste Rettungspaket, das vor mehr als einem Jahr verabschiedet wurde, und an dem EU und IWF beteiligt sind, hat ein Volumen von 110 Mrd. Euro. Bisher wurden davon vier Tranchen in der Gesamthöhe von 41 Mrd. Euro ausbezahlt, mit der Mitte Juli anstehenden fünften Tranche von 12 Milliarden wäre die Hälfte des Ursprungspakets bereits ausgeschöpft. Ohne diese fünfte Rate wäre Griechenland aber pleite.
Griechenland - Die nötigen Schritte für eine Rettung
Für Griechenlands Zukunft sind die kommenden Tage und Wochen entscheidend - und sie werden spannend wie ein Thriller. Um das Land vor dem Bankrott zu retten, muss ein Schritt auf den nächsten folgen. Ansonsten droht dem Land die Pleite und eine Sogwirkung in der Eurozone ist nicht ausgeschlossen.
Schritt 1: Die nächste Kredittranche
Griechenland ist Mitte Juli pleite, wenn es kein neues Geld bekommt. Die Finanzminister der Euro-Länder kommen daher am Sonntag in Luxemburg zu einem Krisentreffen zusammen. Da die Zeit für die Vereinbarung eines zweiten Rettungsprogramms nicht ausreicht, fordert EU-Währungskommissar Olli Rehn, am Sonntag die Auszahlung der fünften Tranche des bereits im vergangenen Jahr vereinbarten ersten Hilfspakets für Griechenland über insgesamt 110 Mrd. Euro zu beschließen. Die Rate in Höhe von zwölf Mrd. Euro setzt sich aus Krediten der Euro-Länder sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammen. Damit wäre eine Pleite Griechenlands zunächst abgewendet, das Geld würde bis September reichen.
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