• vom 06.07.2011, 19:02 Uhr

Top News

Update: 11.04.2012, 20:20 Uhr

Südkorea

Keine Spannung in Durban




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Pyeongchang richtet Olympia 2018 aus
  • Südkorea erstmals Gastgeber von Winterspielen.
  • München deutlich unterlegen.

Pyeongchang entscheidet das Bewerbungsrennen deutlich und richtet Olympia 2018 aus


Der Jubel bei der Delegation aus Pyeongchang war groß. Auch der südkoreanische Staatspräsident Lee Myung-bak (Mitte) freute sich sichtlich. Foto:epa/Bothma

Der Jubel bei der Delegation aus Pyeongchang war groß. Auch der südkoreanische Staatspräsident Lee Myung-bak (Mitte) freute sich sichtlich. Foto:epa/Bothma© EPA Der Jubel bei der Delegation aus Pyeongchang war groß. Auch der südkoreanische Staatspräsident Lee Myung-bak (Mitte) freute sich sichtlich. Foto:epa/Bothma© EPA

Durban. (man) Schlussendlich war die Überraschung nicht groß, als Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, um 17.17 Uhr den Zettel mit Pyeongchang als Veranstalter der Winterspiele 2018 aus dem Kuvert zog. Das Rennen war für die Olympia-Insider schon eineinhalb Stunden früher entschieden, als Rogge verkündete, dass der erste Wahlgang bereits eine Entscheidung brachte. 63 von 95 IOC-Mitglieder stimmten für Pyeongchang, ein eindeutiges Votum.

Christian Neureuther, Botschafter für München 2018 und ehemaliges Slalom-Ass, ließ sich nach einem Kommunikationsproblem mit seinem Botschafterkollegen Markus Wasmeier, ebenfalls ehemaliger Weltklasse-Skifahrer, gar dazu hinreißen, Pyeongchang im bayerischen Fernsehen bereits kurz vor 16 Uhr zum Sieg im Bewerbungsrennen zu gratulieren. "Sie werden fantastische Spiele ausrichten", ist Neureuther überzeugt.

Werbung

Erwin Roth, Strategieberater, der auch für Salzburgs gescheiterte Bewerbung für 2014 tätig war, sieht das Ergebnis weniger euphorisch. "Pyeongchang ist bekannt dafür, dass sie viele Wohltaten verteilt haben, jetzt haben sie die Ernte eingefahren. Es ist ein unglaublicher Vorgang. Das IOC hat sich nicht für Offenheit und Good Governance entschieden, sondern geht den Weg des großen Geldes weiter", sagte er, schon bevor Rogge den Sieger verkündete.

Pyeongchang war als Favorit in die Vergabe gegangen, bereits zum dritten Mal hatten sich die Südkoreaner beworben. Die Bewerbung wurde vom Samsung-Konzern stark unterstützt. "Pyeongchang 2018 ist ein nationales Anliegen für die koreanische Regierung und war das schon für die vergangenen zehn Jahre", sagte Südkoreas Präsident Lee Myung-bak bei der abschließenden Präsentation einige Stunden vor der Vergabe. Für die Präsentation erntete Pyeongchang viel Lob, die Entscheidung dürfte aber wohl schon früher gefallen sein.

IOC sucht neue Märkte

Gegenüber den vergangenen Bewerbungen hat Pyeongchang bereits einiges in die Infrastruktur investiert. Eine knappe Milliarde Euro wurde in ein am Reißbrett geplantes Wintersportressort gesteckt, wo nun im Februar 2018 Medaillen vergeben werden. Insgesamt sollen umgerechnet 4,4 Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert werden, dazu kommt noch ein Budget für die Organisation von etwas über einer Milliarde Euro. Mit der Vergabe hat sich das IOC wie schon mit der Vergabe an Sotschi für 2014 dazu entschlossen, neue Märkte zu erschließen. Pyeongchang hatte das auch aktiv beworben, der Slogan der Bewerbung lautete "neue Horizonte". Innerhalb eines Radius von zwei Flugstunden lebt eine Milliarde Menschen, auch darauf haben die südkoreanischen Bewerber mehrmals hingewiesen. Die Vision, aus Pyeongchang ein asiatisches Wintersportzentrum zu machen, hat durch den Zuschlag Auftrieb erhalten.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-07-06 19:08:06
Letzte nderung am 2012-04-11 20:20:21



Werbung




Werbung


Werbung