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Update: 05.09.2011, 22:18 Uhr
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Mit dem Super-Zug CRH 380 BL hängt China die bisherigen Rekordhalter Frankreich und Japan ab

Ein Rekord-Projekt ist auf Schiene


Von Peter Muzik

  • ICE-Kopie sorgt für helle Aufregung.
  • China tritt gegen seine ehemaligen Lieferanten an.
  • Bahn-Unglück drosselt allerdings die Expansionspläne.

Der CRH 380 BL (ganz unten) erreicht ein Spitzentempo von 480 km/h -wurde von Chinas Behörden jedoch auf 300 km/h limitiert. - © REUTERS

Der CRH 380 BL (ganz unten) erreicht ein Spitzentempo von 480 km/h -wurde von Chinas Behörden jedoch auf 300 km/h limitiert. © REUTERS

Shanghai. Am 30. Juni, als Chinas Kommunistische Partei ihren 90. Jahrestag feierte, war es so weit: Der neueste Superschnellzug, der die 1300 Kilometer zwischen Beijing und Shanghai in nicht einmal fünf Stunden schafft, ging offiziell in Betrieb. Der luxuriös ausgestattete CRH 380 BL, der aussieht wie das deutsche Parademodell ICE 3/Velaro, ist laut staatlichem Zughersteller China Northern Railways (CNR) eine chinesische Eigenentwicklung.

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Mit dem 24 Milliarden Euro teuren Projekt sprengt die Volksrepublik, die sich von internationalen Herstellern à la Siemens gerne inspirieren ließ, jedenfalls sämtliche Rekorde: Sie stellt dank der ausgebauten Bahnlinie beispielsweise den französischen Flitzer TGV, bisher die Nummer eins der Hochgeschwindigkeitszüge, ebenso in den Schatten wie den japanischen Shinkansen, der bereits seit 1962 in einem Höllentempo unterwegs ist.

Die Franzosen etwa, die 2007 mit einer Geschwindigkeit von 574,8 Stundenkilometern die Weltbestmarke aufgestellt hatten, müssen sich eingestehen, dass sie bald von China überflügelt werden dürften: Der CRH 380 BL - bisheriger Glanzpunkt des CRH-Programms, was für "China Railways High Speed" steht - erreicht bereits ein Spitzentempo von 487 Stundenkilometern und könnte locker mit durchschnittlich 350 km/h dahin düsen. Er darf das allerdings bloß mit maximal 300, weil das vom chinesischen Eisenbahnministerium vor einigen Wochen so verfügt wurde, um die Kosten zu begrenzen.


© M. Hirsch © M. Hirsch

Kurz zuvor war der zuständige Minister samt seinem Chefingenieur wegen des Verdachts der Bestechlichkeit abgesetzt worden. Es seien, so hieß es, einerseits Millionen-Beträge unterschlagen worden und andererseits Scheinrechnungen in exorbitanter Größenordnung aufgetaucht. Dennoch wittert Chinas Eisenbahnindustrie beträchtliche Chancen am Weltmarkt und sagt den führenden Zug-Produzenten, darunter Siemens, Alstom und Bombardier, aber auch japanischen Konzernen wie Hitachi und Kawasaki, den Kampf an.

Das Ziel sind 500 km/h
Der Zug ist längst abgefahren: Die Eisenbahn, Chinas um Längen wichtigstes Transportmittel, verfügt bereits über ein in den letzten Jahren zügig ausgebautes Hochgeschwindigkeits-Streckennetz von 7500 Kilometer Länge. Bis zum Jahr 2020 soll es auf 16.000 Kilometer erweitert werden. Bislang kaufte das Reich der Mitte fleißig Super-Züge im Ausland ein, darunter den japanischen Shinkansen, den deutschen Velaro oder die Siemens-/ThyssenKrupp-Magnetschwebebahn Transrapid, die seit 2004 in Shanghai in Betrieb ist.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-09-05 17:57:12
Letzte Änderung am 2011-09-05 22:18:10


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