• Artikel vom 18.10.2011, 17:48 Uhr

Top News

Update: 18.10.2011, 20:09 Uhr
  • Artikel
  • Fotosstrecke
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Israel lässt für einen Soldaten 1027 Palästinenser frei - Erste Rückkehr eines lebenden Gefangenen seit 26 Jahren

Gilad Shalit kehrt nach 1940 Tagen heim


Von Rainer Mayerhofer
  • Benjamin Netanyahu zu den Eltern: "Habe euch euer Kind zurückgebracht."

Gilad Shalit mit seinem Vater auf der Militärbasis Tel Nof (links) und bei der Übergabe am Grenzübergang von Rafah. Fotos:epa

Gilad Shalit mit seinem Vater auf der Militärbasis Tel Nof (links) und bei der Übergabe am Grenzübergang von Rafah. Fotos:epa

Tel Aviv. 1940 Tage, seit dem 25. Juni 2006, hatten Aviva und Noam Shalit auf diesen Moment gewartet. Dienstag Mittag konnte ihnen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auf der Militärbasis Tel Nof südlich von Rehovot mitteilen: "Ich habe euch euer Kind zurückgebracht." Unmittelbar zuvor hatte Netanyahu den aus der Hamas-Gefangenschaft freigelassenen 25-jährigen Gilad Shalit mit den Worten "Willkommen in Israel, Gilad. Wie gut, dass du zurückgekommen bist" empfangen.

Werbung

Am späten Montagabend hatte das Oberste Gericht Israels die letzten Hürden für den Gefangenenaustausch beseitigt und vier Einsprüche gegen die Freilassung von 1027 palästinensischen Häftlingen zurückgewiesen. Zuvor hatte sich Netanyahu gegen drei Hardliner innerhalb seines Kabinetts, seinen Stellvertreter Moshe Yaalon, einen früheren Stabschef der Armee, Außenminister Avigdor Lieberman und Infrastrukturminister Uzi Landau durchsetzen müssen, die den Gefangenenaustausch ablehnten. "Ich wollte nicht, dass der Fall Gilad Shalit wie jener von Ron Arad ausgeht, der seit 25 Jahren vermisst wird. Ich musste an die Qualen denken, denen Ron Arads Mutter bis zu ihrem Todestag ausgesetzt war", sagte Netanyahu.

Erste Rückkehr eines Gefangenen seit 1985

Das erste Telefonat mit der Familie seit fünf Jahren: Gilad Shalit nach der Freilassung.

Das erste Telefonat mit der Familie seit fünf Jahren: Gilad Shalit nach der Freilassung.© EPA Das erste Telefonat mit der Familie seit fünf Jahren: Gilad Shalit nach der Freilassung.© EPA

Mit Gilad Shalit kehrt erstmals seit 26 Jahren, als drei im Libanon gefangen gehaltene Soldaten gegen 1150 Palästinenser ausgetauscht wurden, wieder ein israelischer Soldat lebendend aus der Gefangenschaft nach Hause.

In einem ersten Schritt für den Gefangenenaustausch hatte Israel am frühen Dienstagmorgen weibliche palästinensische Häftlinge nach Gaza überstellt. Insgesamt kamen am Dienstag 477 in Israel inhaftierte Palästinenser frei, von denen etwa 130 ins Westjordanland überstellt und etwa 40 in Drittländer abgeschoben wurden. Die restlichen 550 Palästinenser sollen in etwa zwei Monaten freigelassen werden.

Um 8.24 Uhr Ortszeit (6.24 MEZ) wurde Gilad Shalit zunächst an Ägypten übergeben und konnte anschließend über den Grenzübergang Kerem Shalom an der Dreiländergrenze zwischen Israel, Ägypten und Gaza, in dessen Nähe er im Juni 2006 entführt worden war, nach Israel zurückkehren. Nach einer kurzen medizinischen Untersuchung konnte Shalit zum ersten Mal seit mehr als fünf Jahren mit seinen Eltern telefonieren. Anschließend gab der freigelassene israelische Soldat dem ägyptischen Fernsehen ein erstes Interview, in dem er die Hoffnung äußerte, dass der nunmehrige Gefangenenaustausch auch zu einem Friedensabkommen zwischen Israel und den Palästinensern führt. Er habe vor einer Woche von seiner bevorstehenden Freilassung erfahren und könne seine Gefühle von damals nicht beschreiben. Er habe aber gefühlt, dass ihm schwere Momente bevorstünden. Er habe befürchtet, dass er möglicherweise noch viele Jahre in Gefangenschaft bleiben müsse und dass die Dinge schiefgehen könnten.



1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-10-18 17:54:25
Letzte Änderung am 2011-10-18 20:09:50


Werbung



Beliebte Inhalte



"No war" - in Beirut herrscht große Angst vor einem Übergreifen der Gewalt. - APAweb/Reuters/Jamal Saidi
  • Feindseligkeiten zwischen Gegnern und Anhängern Assads.
  • weiter

Jagd in Deutschland: Hohe Wildbestände und entsprechend viele geschossene Tiere. - © dpa/Philipp Schulze Nun geht auch einer der profiliertesten deutschen Forstexperten den Jägern an den Kragen. Er zielt aber nicht nur neidig auf deren Privilegien...weiter

  • Privatbank bestreitet Investment in Baumarktkette - nur Kunden beteiligt.
  • weiter

Hardliner in der Kosovo-Frage: Vojislav Kostunica. - © EPA
  • Nikolic holt sich "echten Radikalen" Ex-Premier Kostunica ins Boot.
  • weiter

Christian Ortner. - © www.godany.com
  • Wer am Land wohnt, in der Stadt arbeitet und sich das subventionieren lässt, privatisiert den Nutzen und vergesellschaftet die Kosten...
  • weiter

  • Bild einer Explosionsdruckkammer in geheimer Militäranlage Parchin aufgetaucht.
  • weiter

Strache verwies darauf, dass die "Zahl der verhaltensauffälligen Schüler" wachse und es auch immer wieder zu Attacken gegen Lehrer komme. Doch Fehlverhalten dürfe "nie mittels 'Tätschn' oder anderer Gewalt sanktioniert werden", hielt der FP-Chef fest. - APAweb/AP
  • Gewaltverbot ist gesetzlich verankert.
  • weiter

Zu viel Zucker macht nach einer neuen US-Studie dumm. Forscher der Universität von Kalifornien in Los Angeles gaben zwei Gruppen von Ratten über sechs Wochen fruchtzuckerhaltige Lösung als Trinkwasser. Eine Gruppe bekam zusätzlich das Hirn stärkende Omega-3-Fettsäuren, die andere nicht. Vor Beginn des Tests mussten die Ratten fünf Tage lang in einem komplizierten Labyrinth trainieren. Nach den sechs Wochen mit der Fruchtzucker-Lösung wurden sie erneut durch das Labyrinth geschickt. - APAweb/EPA
  • Wissenschafter testeten Ratten mit Fruchtzuckerlösung.
  • Eine Gruppe bekam zusätzlich das Hirn stärkende Omega-3-Fettsäuren.
  • weiter





Porträt Emilie Flöge, 1902
Gustav Klimt
Öl auf Leinwand

Vergessenes wurde wiederentdeckt. Im Naturhistorischen Museum freut man sich über die Belebung des Museums durch die Arbeit des Künstlers Daniel Spoerri. (Im Bild: "Austernschabracken-Pferdeskelett-Spießbock-Kümmerer" von Spoerri.) Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Werbung