Brüssel. Die EU-Kommission hat finanzstarke Länder von außerhalb Europas aufgefordert, im Kampf gegen die Schuldenkrise im Euroraum die Krisenkasse des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufzustocken. "Keine Region bleibt unberührt von möglichen Entwicklungen in der Schuldenkrise in Europa", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel. Die EU werde Beiträge "insbesondere der G-20-Länder und finanziell starker IWF-Mitglieder wärmstens willkommen heißen". Zu der G-20-Gruppe gehören die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.
Die Aufstockung der Krisenmittel des IWF "muss eine weltweite Dimension haben", fügte der Sprecher hinzu. Angesichts der Schuldenkrise in der Euro-Zone plant der IWF eine deutliche Ausweitung seiner finanziellen Feuerkraft. Der Währungsfonds meldete am Mittwoch in Washington zusätzlichen Finanzbedarf in Höhe von 500 Mrd. Dollar (387 Mrd. Euro) an. Dabei war zunächst allerdings unklar, woher der Großteil der benötigten Gelder kommen sollte.
In der geplanten Aufstockung sind die Mitte Dezember von den Staaten der Euro-Zone zugesagten 150 Mrd. Euro den Angaben zufolge bereits enthalten. Der Währungsfonds könnte versuchen, sich die restlichen Gelder von den aufstrebenden Schwellenländern zu besorgen, insbesondere von China, Russland, Brasilien und Indien. Die USA stellten klar, dass sie sich an einer Ausweitung der IWF-Mittel nicht beteiligen wollen. Der Kommissionssprecher sagte, eine Einigung solle auf dem Treffen der Finanzminister der G-20-Länder Ende Februar in Mexiko erreicht werden.