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Update: 20.01.2012, 17:26 Uhr
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Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz im Interview über Sprache, den Islam und die Schuldenbremse

"Es wird ein mühsamer Prozess"


Von Katharina Schmidt

  • Anerkennung ausländischer Diplome und Imamausbildung geplant.

"Ich will nicht mein Leben lang Politiker sein", sagt Sebastian Kurz, der erst 25-jährige Staatssekretär, der schon bald sein halbes Leben Politiker ist.

"Ich will nicht mein Leben lang Politiker sein", sagt Sebastian Kurz, der erst 25-jährige Staatssekretär, der schon bald sein halbes Leben Politiker ist.

"Wiener Zeitung": Sie sind jung und betreuen ein Thema, das der ÖVP bis vor kurzem nicht wichtig war. Wie gelingt es Ihnen, sich in der Volkspartei durchzusetzen?

Information

Sebastian Kurz

Seit der Regierungsumbildung im April 2011 ist der 25-jährige Wiener Integrationsstaatssekretär. Kurz’ Bestellung war aufgrund seines Alters und seiner Aktionen als Obmann der Jungen ÖVP im Wien-Wahlkampf 2010 umstritten. Zuvor war er Mitglied im Wiener Gemeinderat.

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Sebastian Kurz: Ich hatte noch nie mit Widerstand aus der ÖVP zu kämpfen, kann mich aber auch nicht über allzu viel Widerstand aus der SPÖ beklagen. Die Koalition hat wirklich ein Interesse daran, bei diesem entscheidenden Thema an einem Strang zu ziehen, und das ist gut.

Sie legen in Ihrer Arbeit den Fokus auf die deutsche Sprache.

Das Dach für unsere Arbeit ist Integration durch Leistung, und das ist sowohl fordernd als auch anerkennend gemeint. Fordernd, weil wir wollen, dass Migranten in Österreich einen Beitrag leisten. Anerkennend, weil sehr viele schon Großes leisten, ohne dass das so wertgeschätzt wird, wie es sollte. Aber ja, die Sprache ist natürlich der Grundstein für alle anderen Handlungsfelder, weil ohne Sprache auch der interkulturelle Dialog keinen Sinn macht.

Ohne Basis in der Muttersprache hat man es schwerer, eine neue Sprache zu erlernen. Fördern Sie auch die Herkunftssprachen der Migranten stärker?

Mehrsprachigkeit ist ein Wettbewerbsvorteil. Die Bedeutung der Erstsprache für den Spracherwerb wird aber unterschiedlich groß eingeschätzt. Es gibt aber zum Beispiel schon interkulturelle Mitarbeiter in Kindergärten. Es müsste mehr Migranten im Öffentlichen Dienst - also auch in den pädagogischen Berufen - geben. Ich wehre mich nicht dagegen, ich halte es nur nicht für richtig, die Muttersprache als des Rätsels Lösung zu präsentieren.

Trotzdem: Es gibt zwei große Sprachgruppen (Türkisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), die im Schulsystem nicht ausreichend abgebildet werden.

Gerade in diesen Sprachen gibt es am meisten muttersprachlichen Unterricht. Was die Matura betrifft, so hat das keine Priorität für die Bildungsministerin, und ich unterstütze sie da auch. Wir können gerne über das Thema Türkisch als Maturafach philosophieren, aber mit Sprachproblemen hat das nichts zu tun. Die Kinder, die sich in einer AHS-Oberstufe für eine zweite lebende Fremdsprache entscheiden, haben keine Sprachprobleme mehr.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-01-20 17:05:09
Letzte Änderung am 2012-01-20 17:26:59


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