• vom 22.01.2012, 10:27 Uhr

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Update: 22.01.2012, 20:39 Uhr
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Rennen um Präsidentschaftskandidatur wieder spannend

Gingrich gewinnt Vorwahlen in South Carolina



  • Mitt Romney klar geschlagen.

Columbia. Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist wieder offen: Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, hat die Vorwahlen im US-Staat South Carolina am Samstag (Ortszeit) ersten Ergebnissen zufolge klar gewonnen. Der bisher favorisierte Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, gratulierte seinem Rivalen zu dem Erfolg.

Nach Ergebnissen aus rund zwei Dritteln der Stimmbezirke lag Gingrich mit rund 41 Prozent klar in Führung, wie CNN meldete. Romney erhielt demnach nur rund 26 Prozent. Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum kam auf 18 Prozent, der texanische Abgeordnete Ron Paul erreichte 13 Prozent.

Im Hauptquartier von Gingrich skandierten seine Anhänger "Newt, Newt", als die TV-Sender ihn zum Sieger erklärten. "Danke, South Carolina", erklärte Gingrich über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter und bat um Spenden, um gegen den finanzkräftigen Romney weiter bestehen zu können. "Helft mir, in Florida den K.O.-Schlag zu setzen." In dem Staat gehen die Vorwahlen am 31. Jänner in die nächste Runde.

"Wir haben nicht das Geld, das mindestens einer der anderen Kandidaten hat", betonte Gingrich vor seinen Anhängern im Hinblick auf den Multimillionär. "Aber wir haben Ideen und wir haben Menschen." Gingrich warnte vor einer Wiederwahl von Präsident Barack Obama. Obamas erste Amtszeit sei ein "Desaster" gewesen, sagte Gingrich am Samstagabend (Ortszeit) in seinem Hauptquartier in Columbia. "Denkt nur daran, wie radikal er in einer zweiten Amtszeit sein würde." Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses wetterte auch gegen die "Eliten in Washington und New York", die "Amerikaner am Amerikanisch-Sein hindern" wollten.

Gingrich hatte den favorisierten Romney in den vergangenen Tagen in der Gunst der Wähler in South Carolina eingeholt. Der aus dem Nachbarstaat Georgia stammende Polit-Veteran überzeugte mit starken Auftritten in zwei TV-Debatten und erhielt die Unterstützung des Gouverneurs von Texas, Rick Perry, als dieser sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzog. Ein pikantes Interview einer der beiden Ex-Frauen von Gingrich über das Scheitern ihrer Ehe, das am Donnerstabend ausgestrahlt worden war, schien die als besonders konservativ geltenden Wähler in South Carolina nicht beeindruckt zu haben.

Romney: "Ein harter Kampf"

Romney räumte seine Niederlage schon kurz nach Schließung der Wahllokale ein: "Dies ist ein harter Kampf. Wir müssen noch einen weiten Weg gehen", sagte er. Der Ex-Gouverneur steht mittlerweile wegen seines zögerlichen Umgangs mit seinen Steuerunterlagen in der Kritik. Der Multimillionär hatte einräumen müssen, nur rund 15 Prozent Steuern zu zahlen, und damit deutlich weniger als die meisten Normalverdiener in den USA. Er will Einzelheiten aber erst im April öffentlich machen.

Der Wirtschaftsfachmann aus Boston war vor Beginn der Vorwahlen als klarer Anführer der Umfragen ins Rennen gegangen. Allerdings konnte er bisher nur einen Staat für sich entscheiden. Beim Auftakt am 3. Jänner in Iowa hatte der 64-Jährige zunächst als Gewinner gegolten, musste den Sieg aber nach einer Neuauszählung der Stimmen an den christlich-konservativen Ex-Sentator Santorum abgeben. Bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire eine Woche danach ging er dagegen mit haushohem Vorsprung als erster ins Ziel. In seiner Rede richtete er die gewohnt scharfen Attacken gegen Präsident Obama, den er für die schlechte Lage am Arbeitsmarkt verantwortlich machte.

Die nächste Vorwahl wird am 31. Jänner in Florida abgehalten. Die Republikaner nominieren ihren Präsidentschaftskandidaten offiziell Ende August auf einem nationalen Parteitag, die eigentliche Präsidentenwahl findet Anfang November statt. In Florida liegt Romney in den Umfragen deutlich in Führung. Außerdem dürfte in dem großen Staat Romneys straffer organisiertes und finanziell besser ausgestattetes Wahlkampfteam im Vorteil sein.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-01-22 10:29:46
Letzte Änderung am 2012-01-22 20:39:37


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