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Update: 21.02.2012, 22:09 Uhr
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Präsidentenwahl im Jemen

Zehn Menschen sterben bei Wahl



  • Hohe Beteiligung im Norden.
  • Rebellen behindern Wahl im Süden.

Die Wahllokale im Jemen mussten gegen Gewalt von Soldaten beschützt werden. - APAweb / Hani Mohammed / AP / dapd

Die Wahllokale im Jemen mussten gegen Gewalt von Soldaten beschützt werden. APAweb / Hani Mohammed / AP / dapd

Sanaa. Überschattet von Gewalt im Süden und einem Boykott schiitischer Rebellen im Norden hat die Bevölkerung im Jemen am Dienstag einen neuen Präsidenten gewählt. Zur Wahl stand mit Abed Rabbo Mansour Hadi, dem bisherigen Stellvertreter des von Protesten aus dem Amt gezwungenen langjährigen Staatschefs Ali Abdallah Saleh, nur ein Kandidat. Im Süden griffen Rebellen mehrere Wahllokale an, mindestens zehn Menschen starben.

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Ungeachtet eines massiven Sicherheitsgebots griffen bewaffnete Aufständische in Aden, der ehemaligen Hauptstadt des bis 1990 unabhängigen Südens, mehrere Wahllokale an. Andere Aktivisten blockierten mit Steinen und brennenden Reifen Straßen. Laut einem Behördenvertreter musste die Hälfte der 20 Wahlbüros vorzeitig geschlossen werden.

In anderen, von mutmaßlichen Al Kaida-Anhängern kontrollierten Orten wie etwa Sinjibar blieben viele Wähler aus Angst vor Gewalt den Urnen fern. Die Aktivisten der "südlichen Bewegung" hatten für Dienstag zum "Tag des zivilen Ungehorsams" aufgerufen. Die Bewegung setzt sich für größere Autonomie des ehemals sozialistisch regierten Südens ein. Die Hardliner fordern gar eine Abspaltung.

Nobelpreisträgerin unterstützt Al-Hadi
Im Gegensatz zum Süden zeichnete sich im Norden eine rege Wahlbeteiligung ab. Schon vor Wahlbeginn bildeten sich in der Hauptstadt Sanaa lange Schlangen vor den Wahllokalen. Auch aus den anderen Städten des Nordens wurde von einer lebhaften Wahlbeteiligung berichtet. Lediglich in den schiitischen Hochburgen blieben die Wahllokale leer oder geschlossen. Dort hatten die Rebellen, die seit 2004 gegen Saleh kämpften, zum Boykott aufgerufen.

Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman sprach von einem "Festtag": Er bedeute das endgültige Ende der 33-jährigen Herrschaft Salehs, sagte die Journalistin bei ihrer Stimmabgabe der Nachrichtenagentur AFP. Den künftigen Präsidenten Hadi forderte sie auf, sich um die Belange der Jugend zu kümmern, sonst drohe ihm ein ähnliches Schicksal wie seinem Vorgänger. Hadi sprach von einem "historischen Tag". Die USA bezeichneten den Urnengang als "ermutigend".

Nach monatelangen Protesten mit hunderten Toten hatte Saleh im November ein Abkommen zum Machtverzicht unterzeichnet, das ihm im Gegenzug Immunität zusicherte. Als einzigen Kandidaten für seine Nachfolge sah das Abkommen seinen bisherigen Vize vor. Der 66-jährige Karrieresoldat aus dem Süden soll für eine Übergangszeit von zwei Jahren im Amt bleiben. Wie hoch Hadis Unterstützung in der Bevölkerung ist, lässt sich auch an der Wahlbeteiligung ablesen. Zum Urnengang aufgerufen waren mehr als zwölf Millionen Stimmberechtigte. Das Ergebnis wird bis Donnerstag erwartet.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-02-21 22:06:14
Letzte Änderung am 2012-02-21 22:09:56


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